Als erste grundlegende Arbeit über den Literaturwissenschaftler Max Kommerell (1902-1944) befasst sich die Untersuchung mit einer Figur des deutschen Geisteslebens, die durch ihre Kontakte zum George-Kreis, zum Frankfurter und Marburger Universitätsmilieu der 1930er und 1940er Jahre im Netzwerk der geistigen Diskurse ihrer Zeit fest verankert war. Durch seine Doppelbegabung als Schriftsteller und Wissenschaftler stellt Kommerell ein brisantes, doch erst in Ansätzen erschlossenes Kapitel der deutschen und europäischen Wissenschafts- und Kulturgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2011
Für Heinz Schlaffer ist dieser Band eine verpasste Chance. Max Kommerell, der hoch begabte, abtrünnige George-Jünger, hätte einen besseren Biografen verdient, lässt er uns wissen, als den gleichmütigen Faktensammler und akademischen Jargonisten Christian Weber. Was Schlaffer meint, ist: Eine intellektuelle Biografie, die das Verständnis Kommerells befördert, anstatt mit Zitaten aus Gutachten und Gelehrtennamen um sich zu werfen. Weil er in Kommerell mehr sieht als einen Durchschnittsgelehrten, erwartet Schlaffer auch eine überdurchschnittliche Biografie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.05.2011
Laut Thomas Meyer kommt niemand, der sich für die Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts interessiert, an Max Kommerell vorbei. Ob ihn Christian Webers Biografie des Germanisten, George-Jünger und Nazi-Karrieristen also überzeugt hat? Schwer zu sagen. Gründlich recherchiert nennt er die Arbeit, die minutiös die Entwicklung des Literaturwissenschaftlers nachzeichne. Noch mehr beeindruckt hat den Rezensenten aber offenbar Walter Benjamins Auseinandersetzung mit Kommerells Kampfschrift "Der Dichter als Führer in der deutschen Klassik", die er ausführlich heranzieht und die den Titel "Wider ein Meisterwerk" trug.
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