Nach wie vor gibt es an deutschen Hochschulen sehr viel weniger Professorinnen als Professoren. Christine Färber zeigt in ihrer auf zahlreichen Interviews basierenden Studie, dass eine wichtige Ursache hierfür die Berufungsverfahren sind. Selten gibt es einheitliche Regelungen zur Gleichstellung. Die Auswahlkriterien sind oft nicht transparent. Entscheidend sind immer noch informelle Netzwerke, in denen vorwiegend Männer vertreten sind. In einem Vergleich der rechtlichen Regelungen einzelner Hochschulen und der Länder verdeutlichen die Autorinnen, wo Handlungsbedarf besteht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2009
Aufschlussreich findet Ingrid Galster dieses Buch über das Berufungsverfahren für Professoren in Deutschland, das Christine Färber und Ulrike Spangenberg vorgelegt haben. Das Ergebnis der Untersuchung fällt in ihren Augen "ernüchternd" aus: im Vergleich zu anderen Ländern schneidet Deutschland besonders schlecht ab, wenn es um den Frauenanteil bei der Besetzung von Professuren geht. Neben der Auswertung einer Reihe von Interviews mit dreizehn Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie fünfzehn Bewerberinnen und fünf Bewerbern um Professuren findet Galster in dem Buch eine Analyse der rechtlichen Grundlagen und Verfahrensregelungen für Berufungsverfahren. Ausführlich führt sie den bei den Berufungsverfahren herrschenden Nepotismus vor Augen, den auch die Frauenbeauftragten nicht verhindern können. Skeptisch betrachtet sie allerdings das Plädoyer der Autorinnen, bei der Bewerbung einer Frau die Messlatte, was Publikationen angeht, nicht so hoch zu legen und etwa ein Kind als Äquivalent für eine Buchpublikation zu werten. Demgegenüber rät sie zu einem Blick nach Frankreich, wo es echte Elitehochschulen mit anonymen Aufnahmeprüfungen und anonyme Staatsprüfungen gibt.
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