Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Was hat der Brexit mit Bismarck zu tun? Was verbindet die antike Alexanderschlacht bei Issus mit der Schlacht gegen Napoleon bei Jena 1806? Was lehren uns Psychogramme aus dem Dritten Reich über Gehorsam und Courage? Und wie lässt sich Weltgeschichte schreiben, ohne dabei dem Eurozentrismus verhaftet zu bleiben? Christopher Clark, der mit seinen Büchern über Preußen und den Beginn des Ersten Weltkriegs Millionen Leser begeistert hat, beweist mit seinem neuen Band, wie vielfältig seine Interessen als Historiker sind. In insgesamt 13 Essays, die hier erstmals auf Deutsch vorliegen, zeigt er, wie sehr historische Ereignisse und Taten, Vorstellungen von Macht und Herrschaft über die Zeiten hinweg fortwirken - bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.12.2020
Erhellend und vergnüglich zugleich findet Rezensent Jörg Himmelreich diese Essaysammlung des Historikers Christopher Clark, der darin immer wieder überraschende Verbindungen zwischen Geschichte und Gegenwart schlägt. Zum einen begreift Himmelreich, wie hinderlich es für die Geschichtsscheibung ist, dass ihr jeder Sinn fürs Zufällige abgeht. Zum anderen gefallen ihm aber auch einfach die Essays zur Macht von Nebukadnezar und Judith Butler, zur medienverliebten Großmannssucht von Donald Trump und Kaiser Wilhelm II. oder der Bismarck-Verehrung des Spindoctors Domicnic Cummings.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2020
Rezensent Gustav Seibt empfiehlt als Lockdown-Zeitvertreib Christopher Clark Schriften der vergangenen Jahre. Der Leser erfährt darin Differenziertes wie Wissenswertes über die Machthaber des Dritten Reiches, Bismarck oder Wilhelm II. Für Seibt eröffnen sich Parallelen zu Trump oder Dominic Cummings. Oder, mit einer Studie zum Königsberger Religionsstreit, zum Thema Öffentlichkeit und Vernunft. Mit Clark lässt sich tatsächlich aus der Geschichte lernen, glaubt Seibt. Und formulieren kann der Autor auch, findet er.
Als einen intellektuellen Weltbürger und Geschichtserzähler feiert Dirk Schümer den großen Historiker, dessen "Schlafwandler" und die Debatten darum er inzwischen selbst schon in die Zeitgeschichte einordnen will: Kollegen wie Volker Ullrich von der Zeit hätten Clark geradezu mit einer Kampagne überzogen, weil Clark mit stupender Gelehrsamkeit die deutsche "Automatikschuld" bei den Entwicklungen hin zum Ersten Welt relativiert hat. Ist Clard darum zum "Deutschlandflüsterer" geworden? Nicht nur. Bewundernd entnimmt Schümer Clarks Essays auch seine Offenheit für Gilles Deleuze und Michel Foucault - eigentlich hatte Clark ein Historiker in der eher strukturalistischen "Annales-Tradition" werden wollen: Aber die Lektüren der Poststrukturalisten nützen Clark bis heute, so Schümer, wenn er etwa das Funktionieren von Macht beschreibt. Trotz einiger schwächerer Texte empfiehlt Schümer die Essays mit großer Begeisterung.
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