Corine Pelluchon

Das Zeitalter des Lebendigen

Eine neue Philosophie der Aufklärung
Cover: Das Zeitalter des Lebendigen
WBG Academic, Darmstadt 2021
ISBN 9783534273607
Gebunden, 320 Seiten, 50,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Hat die Aufklärung für unsere moderne Gesellschaft noch eine Bedeutung? Können wir uns in einer Zeit, die von Nationalismus, Umweltzerstörung, Gesundheitskrisen sowie wachsender Ungleichheit geprägt ist, nach wie vor auf das emanzipatorische Ideal der Philosophie der Aufklärung berufen?Corine Pelluchon ist Professorin für Philosophie mit den Schwerpunkten Moralphilosophie, Politische Philosophie und angewandte Ethik. In ihrem Buch skizziert sie das Projekt einer neuen Aufklärung, die der Gefahr des Zusammenbruchs unserer Zivilisation begegnen soll: Die Aufklärung als kritisches Hinterfragen und als Prozess. Zwischen Universalismus und Geschichtlichkeit: Europa als Erbe und Verheißung Tierrechte und Menschenrechte: Wie kann ein neuer Humanismus aussehen?Das Projekt einer demokratischen und ökologischen GesellschaftKönnen wir Freiheiten und ökologische Zwänge in Einklang bringen?In Anerkennung unserer Abhängigkeit von der Natur und den anderen Lebewesen, aber ohne auf philosophisch-wissenschaftliche Rationalität zu verzichten, wendet sich Corine Pelluchon gegen eine Gegenaufklärung, die eine hierarchische oder theokratische Gesellschaft wiederherstellen will. Genauso richtet sie sich auch gegen postmoderne Denker:innen, die postulieren, dass jeder Universalismus notwendigerweise hegemonial ist. Ihr Ziel ist eine demokratische und ökologische Gesellschaft, in der die Herrschaft über andere Menschen und die Herrschaft über die Natur (die Natur um uns und unsere eigene menschliche Natur) ein Ende hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2022

Mit großen Erwartungen nimmt Rezensentin Claudia Mäder dieses Buch der französischen Philosophin Corine Pelluchon zur Hand, von dem sie sich eine Stärkung aufklärerischer Prinzipien erhoffte. Aber Fehlanzeige. Pelluchon sieht vielmehr die Aufklärung gescheitert, sie attackiert den Dualismus von Mensch und Natur und plädiert für eine neue Wahrnehmung des Körpers sowie ein vorreflexives Wahrnehmen. Der Rezensentin ist das alles ein bisschen zu pauschal. Wäre Pelluchon auf konkrete Texte eingegangen, wirft Mäder ein, hätte sie vielleicht schon bei Rousseau gefunden, wie ambivalent aufklärerisches Denken sein kann. Dass Pelluchon aber weiterhin auf den autonomen Menschen setzt, der sein "Herrschaftsschema" durch ein "Wertschätzungsschema" ersetzen könne, lässt die Rezensentin hoffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2021

Mit Interesse folgt Rezensent Uwe Justus Wenzel der Philosophin Corine Pelluchon dabei, eine zeitgemäße Aufklärung zu formulieren, eine, bei der der Mensch dazu ermuntert wird, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, wie Wenzel erläutert. Hinter dem "spröden Vokabular" im Text entdeckt Wenzel einen gewissen intellektuellen Schwung, der zur Selbstaufklärung antreiben soll. So weit, so gut. Enttäuscht zeigt sich der Rezensent darüber, dass zur Gesamtheit des Lebendigen, das die Aufklärung a la Pelluchon umfassen soll, ausgerechnet die Pflanzen nicht zu rechnen scheinen. Im Buch jedenfalls kommen sie nicht explizit vor, stellt Wenzel fest. Wie genau das von Pelluchon programmatisch geforderte "demokratische Miteinander aller Lebenwesen" aussehen soll, erläutert die Autorin auch nicht, meint er.

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