Eva Maria Leuenbergers zweites Buch ist eine Auseinandersetzung mit Identität, Herkunft und Sprache, Ent- und Verwurzelung, sexueller Gewalt und Angst. Ausgangspunkt für das Schreiben war die Lektüre von Theresa Hak Kyung Chas "Dictée". Leben und Oeuvre der koreanischstämmigen, feministischen Avantgardekünstlerin (1951-1982), die in New York vergewaltigt und ermordet wurde, ließen Eva Maria Leuenberger nicht los. Das Ergebnis bewegt sich zwischen lyrischen, essayistischen und persönlichen Schreibbewegungen, die sich Cha, der Kunst, Literatur und dem (eigenen) Schreiben annähern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2021
Rezensent Nico Bleutge empfiehlt Eva Maria Leuenbergers Buch über ihre Lektüreerfahrungen mit Theresa Hak Kyung Chas Werk "Dictee" von 1982. Die Autorin vermittelt ihm die Anziehungskraft der Dichtung der in die USA emigrierten Koreanerin Cha, ihre Themen Krieg, Herrschaft, Exil sowie ihre "vielsträhnige" Schreibweise und Performancekunst. Reizvoll findet Bleutge Leuenberges Mix aus verschiedenen Textsorten, Zitaten und Bildmaterial, um sich der geschätzten Dichterin und ihrem Werk anzunähern, auch wenn die Autorin ihm mitunter zu abstrakt wird. Am besten gefällt ihm das Buch, wenn Leuenberger ganz nah bei den Arbeiten Chas bleibt.
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