Band 9: 1911-1915. Leitfaden einer Vorlesung über theoretische Nationalökonomie /Englische Weltpolitik in englischer Beleuchtung /Schriften /Rezensionen
Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2000
ISBN
9783110158427 Broschiert, 806 Seiten, 246,44
EUR
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2000
Stefan Breuer bespricht diesen Band zusammen mit Band 22 der Tönnies-Gesamtausgabe und weist darauf hin, dass es sich hierbei um die beiden ersten Bände einer auf 24 angelegten Gesamtausgabe des Soziologen handelt. In seiner Kritik unterscheidet er nicht genau zwischen den Inhalten der beiden Bände - er nutzt sie eher, um anhand des in den Büchern vorgestellten Materials ein Porträt des zu Unrecht vergessenen Soziologen zu skizzieren. Den monumentalen Plan der Ausgabe im Rücken möchte er vor allem darlegen, dass Tönnies mehr ist als der "Verfasser eines einzigen Werkes", nämlich des Buches "Gemeinschaft und Gesellschaft", das Tönnies heute als einen irrationalen Verehrer der "Gemeinschaft" dastehen lasse. Glaubt man Breuer, liegen die Dinge wesentlich komplizierter. Der Rezensent lobt zunächst die ungeheure Spannweite von Tönnies` Denken, der sowohl über Hegels Naturrechtslehre als auch über englische Weltpolitik Substanzielles zu sagen wisse und dabei die unterschiedlichsten Denker in sich aufnehme. Auch "die einzigartige Kombination von Illusionslosigkeit im Großen und Pragmatismus und Reformbereitschaft im Kleinen" weiß Breuer zu loben. Ein irrationales Gemeinschaftsdenken finde man bei Tönnies vor allem im Ersten Weltkrieg, dem er zuerst skeptisch, dann aber immer affirmativer gegenübergestanden habe. In der gemeinsamen Kriegsanstrengung des Volkes habe er so etwas wie einen Staatssozialismus heraufdämmern sehen. Später aber, so zeigt Breuer, gewinnen der Liberalismus und der Begriff der "Gesellschaft" gegen jenen der Gemeinschaft wieder Boden bei Tönnies.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…