... Wenige Wochen später fuhr die junge Frau nach Paris, und es entstand eine Liebe und Freundschaft, die bis zu Ciorans Tod andauerte und in die später auch seine Lebensgefährtin eingebunden war. Mit ihr und Cioran verbrachte die Autorin 1981 zwei Wochen in Soglio, gemeinsam mit Freunden, darunter Hermann Burger. Später traf man sich zumeist in Paris, zuletzt besuchte sie Cioran in dem Heim, in dem er seinem Tod entgegendämmerte. Friedgard Thoma schildert ihr Verhältnis zu Cioran unter Einschluss des stets auf deutsch geschriebenen Briefwechsels der beiden. Es entspinnt sich die alte und immer wieder neue Geschichte vom alten Mann und dem schönen Mädchen...
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Siebzig Jahre alt war der aus Rumänien stammende Pariser Philosoph E. M. Cioran, als Friedgard Thoma ihm einen begeisterten Brief über seine Aphorismen in "Vom Nachteil, geboren zu sein" schrieb. Er antwortete postwendend und schon kurz darauf hatte er, der Meisterdenker der Sinnlosigkeit allen Strebens und Verlangens, sich in die junge Deutsche verliebt. Es kam zu Küssen, zu mehr als Küssen, und dann - als er sich wieder jung, dumm und glücklich fühlte -, da machte ihm Friedgard Thoma klar, dass sie nicht daran dächte, seine Freundin zu werden, dass sie ihn nicht liebte. Die junge Frau von damals hat jetzt ihren Briefwechsel mit Cioran herausgegeben und es ist ein erschütterndes Zeugnis der Verständnis- und der Lieblosigkeit der Herausgeberin. Ihre Eitelkeit - es tritt in ihren Kommentaren zu den Briefen nicht ein Mann auf, der sie nicht begehrte - machte sie damals und macht sie noch heute blind. Das ist eine, wenn man so will, moralische Schwäche des Buches, aber die steht dessen Erkenntnisgewinnen nicht nur nicht im Wege, sondern fördert sie oft... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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