Harold James

Der Krieg der Worte

16 Schlüsselbegriffe im Kampf um die Weltordnung
Cover: Der Krieg der Worte
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2024
ISBN 9783451396694
Gebunden, 480 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Carla Hegerl, Franka Reinhart und Caroline Weisbach. Nationalismus, Sozialismus oder Kapitalismus - diese Begriffe gehören zu den am heftigsten diskutierten Ideen in der Politik. Ihre eigentliche Bedeutung ist jedoch verloren gegangen. Die Wörter werden meist genutzt, um produktive Diskussionen zu kippen. Das Ergebnis sind Missverständnisse und Polarisierung. In diesem Buch deckt der große Wirtschaftshistoriker Harold James die Ursprünge zentraler Begriffe unserer politischen Debatten wieder auf. Er untersucht, wie ihre problematische Definition und Bedeutung zu einem Hindernis für eine vernünftige Kommunikation geworden sind. James zeigt, dass nur ein historisches Wissen über das Vokabular rund um Globalisierung, Politik und Wirtschaft hilft, die Schlüsselwörter unserer Zeit zu begreifen. So lässt sich die Kluft zwischen den unterschiedlichen Auffassungen überwinden und eine produktive politische Debatte führen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.02.2025

Rezensent Christoph Drösser hat Aha-Momente mit dem Buch des Princeton-Historikers Harald James, ganz überzeugen kann es ihn aber nicht. Der Autor tritt mit seinem Buch an, Begriffe unserer Gegenwartsdebatten wie Globalisierung, Kapitalismus und Populismus zu erläutern. Das gelingt ihm laut Drösser auch, indem er allerdings etwas sperrige historische Tiefenbohrungen anstellt. Darüber hinaus möchte James neue Begriffe einführen. Das gelingt ihm schon weniger, meint Drösser, was mit einem Wort wie "socapitalism" gewonnen wäre, scheint sich ihm jedenfalls nicht zu erschließen. Die Begriffsklärungsarbeit des Autors in allen Ehren, findet der Rezensent, aber um eine Bewegung contra die Beliebigkeit der Begriffe anzuzetteln, wird es nicht reichen, meint er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2025

Aktueller könnte ein Buch kaum sein. Und dennoch wird Rezensent Nicolas Kurzawa nicht wirklich glücklich mit Harold James' Gedanken zu Begriffen und ihrer politischen Instrumentalisierung. Dass im öffentlichen Diskurs einzelne Schlagworte aufgebläht und teilweise ihrer ursprünglichen Bedeutung entledigt werden - so weit geht Kurzawa mit James mit. Wie der Autor allerdings in 15 Kapitel diverse Großthemen unserer Zeit durcharbeitet und dabei auf Themen wie Kapitalismus und Technokratie zu sprechen kommt, mundet dem Rezensent keineswegs. Ein Problem liegt für Kurzawa darin, dass der Autor zu abstrakt schreibt und insbesondere mit kaum verständlichem wirtschaftswissenschaftlichem Vokabular um sich wirft, während andererseits geistes- und sozialwissenschaftliche Ansätze zu kurz kommen. Zu dicht und faktenzentriert ist das alles geschrieben, kritisiert Kurzawa außerdem, auch die Übersetzung ist oft schlampig. Letztlich gefällt Kurzawa auch das Fazit James' nicht so recht, das für eine genauere Definition diverser Begriffe plädiert. Besser wäre es, einander die Dinge öfter einfühlsam zu erklären, schließt der Rezensent.

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