Er ist der Ahnherr der Selbsthilfephilosophie, der Guru der New Age-Bewegung, die Millionen von Anhängern hat: Meister Eckhart, Dominikaner, Mystiker und Philosoph. Doch wer war der Mann hinter den Lehren, die nach sieben Jahrhunderten noch Menschen begeistern? Wie sind seine Ideen entstanden? Der Mönch aus Thüringen zeigte damals, dass nur der persönliche Weg zu Gott zum Seelenheil führt und predigte, dass diese spirituelle Erfahrung allen möglich war, die die innere Haltung des Loslassens ("Gelâzenheit") einnahmen. Dieses verblüffend moderne Denken brachte den Mönch Eckhart in Konflikt mit der Kirche, die sich von der Sprengkraft seiner Ideen herausgefordert fühlte. Der Historiker Joel F. Harrington hat sich auf die Spuren des bedeutenden Mystikers begeben und lässt in seiner Biografie eine der faszinierendsten Figuren des Mittelalters auferstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2021
Isabelle Mandrella verteidigt Joel F. Harrington und seine Meister-Eckart-Biografie gegen den platten Untertitel des Buches und den Klappentext. Anders als der Verlag es sehen möchte, zeigt Harringtons Arbeit für Mandrella den Dominikaner gerade nicht als Herausforderer der Kirche, sondern als jemanden, dessen Handeln von einem "genuin religiös-kirchlichen Interesse" geleitet war. Für Autor und Rezensentin steht das nicht im Widerspruch zu Eckarts Idee von einem persönlichen Weg zu Gott. Mandrella gefällt vor allem die Sachlichkeit, mit der Harrington Eckarts Biografie als Kontinuität erfasst und sich von spirituellen Deutungen absetzt. Beeindruckend erscheint ihr die auf neuere Forschungserkenntnisse gestützte tiefe Werkbetrachtung, die Person und Zeitgeschichte gleichermaßen aufscheinen lässt. Auch wenn der Autor mitunter sehr wohlwollend mit seinem Gegenstand umgeht, hagiografisch wird er nie, versichert Mandrella.
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