Napoleon I (1769-1821), General, Konsul und Kaiser der Franzosen, prägte wie kein anderer die Geschichte Frankreichs und Europas. Friedrich Nietzsche charakterisierte ihn als "Synthesis von Unmensch und Übermensch". Dieses Urteil beschreibt die ganze Bandbreite der Wertungen, die Napoleon in den letzten 200 Jahren erfahren hat. Johannes Willms deckt die Voraussetzungen und Gründe für das stete Gegeneinander von Bewunderung und Ablehnung im Urteil von Person und Handeln dieses Machtmenschen auf. Eingehend schildert er, wie es Napoleon gelang, seinen eigenen Mythos zu entwickeln, der ihm die Macht in Frankreich wie auch Europa verschaffte und der erst mit seinem Scheitern 1815 zerstört wurde. Tatsächlich jedoch wurde die Verbannung, in der Napoleon bis 1821 lebte, dazu genutzt, diesen Mythos neu zu formen und zukunftsfähig zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2020
Der hier rezensierende Historiker Klaus Deinet findet, dass Johannes Willms mit seinem Napoleon die Latte ziemlich hoch legt. Wie der Autor die Phasen von Napoleons Aufstieg erst detailliert beschreibt, um die Facetten des Mythos Napoleon auszuleuchten, und dann aufzeigt, wie der Mythos sich mit dem Niedergang Napoleons "verbrauchte", scheint ihm allerdings beeindruckend, wenngleich "nicht immer stringent" und in einigen Diagnosen auch "überpointiert". Dass der Verfasser sich mit diesem Buch, das seine frühere Arbeiten ergänzt und alles Napoleon betreffende miteinander in Beziehung zu setzen versucht, übernimmt und er den thematischen Rahmen sprengt, diese Vermutung wird Deinet nicht los.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…