Karl Marx ist zwar seit der Finanzkrise wieder im öffentlichen Bewusstsein als wichtigster und visionärster Kritiker des kapitalistischen Wirtschaftssystems präsent. Bei vielen publizistischen TrägerInnen dieser neuen Marx-Konjunktur fehlt jedoch das Verständnis für den zentralen Stellenwert der Arbeitswertlehre als Basis praktisch aller Hauptthesen des marxschen Theoriegebäudes. Karl Czasny möchte zur Beseitigung dieses Defizits beitragen. Im ersten der beiden Teile seines Buches (Titel: Arbeitswert und Wertgesetz) rekonstruiert er das marxsche Arbeitswertkonzept. Dabei grenzt er dieses einerseits gegen den subjektiven Wertbegriff der bürgerlichen Ökonomie ab und verteidigt es andererseits gegen objektivistische Fehlinterpretationen mancher Marxisten. Im zweiten Teil (Titel: Arbeitswert und Krise) skizziert Czasny zunächst die Grundzüge einer auf dem Arbeitswertkonzept fußenden marxistischen Krisentheorie und analysiert sodann mit deren Hilfe die aktuelle Krise der kapitalistischen Gesellschaft und ihre Ursachen mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2018
Mit Karl Czasny lernt Dietmar Dath das antikapitalistische Wirtschaften. Dass der Philosoph und Soziologe sich einiger zählebiger Missverständnisse rund um Karl Marx' Arbeitslehre annimmt, freut den Rezensenten. Griffig erscheint ihm der ökonomische Teil des Buches, während er den philosophischen als gewagt empfindet. Dass der Autor das politische Programm bei Marx zugunsten der Dynamik der Begriffsarbeit etwas in den Hintergrund rückt und an keiner Stelle utopisch wird, scheint Dath durchaus mit Genugtuung festzustellen.
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