Aus dem Amerikanischen von Eva Schestag. Das Wasser ist der große Protagonist in Mark Arax' epischem Werk, das die Geschichte von der Erschaffung und Erfindung eines Sehnsuchtsortes erzählt, dem tausend Kilometer langen Randstück des nordamerikanischen Kontinents, Kalifornien, das immer schon, gleich ob im Goldrausch oder im Agrarrausch, auf Gedeih und Verderb den wilden Ausschlägen von Dürre und Flut ausgeliefert war. Daneben treten unzählige Personen auf - historische und lebende, namhafte und namenlose -, die jeder und jede ihre eigene Rolle in der Geschichte des Wassers in Kalifornien spielen: Politiker und Großfarmer der Nuss-, Trauben- und Zitrusplantagen, Indigene Einwohner, prekär beschäftigte Landarbeiter und kleine Farmer, die sich um eine nachhaltigere Landwirtschaft bemühen. Und immer wieder tritt Arax als Chronist selbst auf, denn ihn interessiert die Schnittstelle zwischen dem Persönlichen und dem Land, das seine vor dem Genozid an den Armeniern geflüchtete Familie über zwei Generationen geprägt hat. Reportage, Geschichte und Memoir verbinden sich so zu einer groß angelegten Erzählung über Wasser und Land, verfasst in einer mitreißenden, sprachgewaltigen Prosa, die ein lebhaftes Bild des reichsten amerikanischen Staates, in dem Big Ag heute ungeachtet der Weltklimakrise eine Rekordernte nach der anderen einfährt, in all seiner Widersprüchlichkeit zeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2023
Rezensent Jan Hansen liest gebannt das Buch von Mark Arax, das ihm in einer Mischung aus Lokalgeschichte, Familiengeschichte und epischer Erzählung von den Sünden der industriellen Landwirtschaft und der Wasserwirtschaft in Kalifornien berichtet. Die These des Buches, wonach es eine industrielle Landwirtschaft in Kalifornien niemals hätte geben dürfen, begreift Hansen, wenn er Arax auf seinen ausgedehnten Autofahrten durch gigantische Plantagen begleitet und mit ihm "detektivisch" dem systematischen Wasserraub im Central Valley und anderswo nachgeht. Wie die Zukunft der Landwirtschaft und Wassernutzung in ariden Erdregionen sich gestalten könnte, lässt das Buch offen, meint Hansen.
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