Klappentext
Die Klimakrise duldet keinen Aufschub - doch sind die Lösungen des Globalen Nordens wirklich nachhaltig? Während Europa und Nordamerika auf erneuerbare Energien, Elektroautos und Wasserstoff setzen, bleibt eine unbequeme Wahrheit verborgen: Diese Wende basiert auf dem massiven Abbau strategischer Rohstoffe im Globalen Süden. Unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit entstehen neue Ungerechtigkeiten - für Mensch und Umwelt. Dieses Buch deckt die Schattenseiten der grünen Wende auf. Mit Stimmen aus dem Globalen Süden beleuchtet es, wie grüner Kolonialismus Ressourcen ausbeutet, bestehende Abhängigkeiten vertieft und wirklich nachhaltige Alternativen verdrängt. Anhand konkreter Fallstudien analysieren die Autor:innen die geopolitischen Verflechtungen der Energiewende - und zeigen, dass eine klimagerechte Zukunft nur mit globaler Gerechtigkeit möglich ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 12.09.2025
Rezensent Peter Carstens lernt mit dem von Miriam Lang und anderen herausgegebenen Sammelband, wie die schöne grüne Zukunft des globalen Nordens im globalen Süden einen grünen Kolonialismus hervorbringt. Die mal polemischen, mal analytischen Beiträge von Aktivisten und Forschern erzählen laut Carstens von maghrebinischen Viehzüchtern, die ihr Land an Solarfarmen verlieren oder von Wassermangel im südamerikanischen Lithiumdreieck. Vorschläge zur Lösung des Konflikts bietet der Band im Schlussteil laut Carstens auch, Stichwort: "Degrowth". Mitunter geht es dem Rezensenten allzu sozialistisch zu in den Beiträgen, im Ganzen aber erhält er lehrreiche Einblicke, die Gewissheiten erschüttern könnten, wie er erklärt.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 30.08.2025
Dieses Buch ist, auch wenn nicht alles, was drinsteht, taufrisch ist, die Lektüre wert, findet Rezensentin Annette Jensen. Das Autorenkollektiv dieses von Miriam Lang, Mary Ann Manahan und Breno Bringel herausgegebenen Bandes möchte zeigen, schreibt Jensen, dass die grüne Energiewende in ihrer derzeitigen Form lediglich eine Fortführung des ausbeuterischen Kolonialismus ist. Unter anderem zeigt der Band auf wie Arbeit im globalen Süden, wo Rohstoffe zum Beispiel für Elektroautos gewonnen werden, unterbezahlt wird, damit in den reichen Ländern die Preise sinken. Insgesamt setze man zu sehr auf Technik, es gelte das Übel an der Wurzel namens Kapitalismus zu packen. Das liest sich teils arg nach 20. Jahrhundert, die Rezensentin fühlt sich an Fanon erinnert und vermisst Differenzierung, etwa eine Auseinandersetzung mit der Rolle Chinas und der arabischen Länder. Schließlich werden im Band, fährt die Zusammenfassung fort, Formen des Lebens und Produzierens dargestellt, die weniger ausbeuterisch sind, das läuft auf Degrowth-Modelle hinaus. Allzu realistisch ist all das momentan zwar nicht, meint Jensen, aber da auch die Ressourcen des grünen Kapitalismus endlich sind, lohnt es sich durchaus, mit diesem Buch über Alternativen nachzudenken.