Das Racket wurde von Max Horkheimer weder als neutrale Strukturkategorie noch als soziologischer Idealtypus begriffen, sondern als dialektisch-anthropologische "Grundform der Herrschaft". Zunächst als Kritik des Nationalsozialismus intendiert, sollte sie zugleich die verschiedene Gesellschaften übergreifenden Tendenzen identifizieren, die mit der "steigenden organischen Zusammensetzung des Kapitals" (Marx) wirksam werden, und zwar in politisch höchst unterschiedlichen Formen. Gemein ist den Rackets die Zerstörung und Unterdrückung all jener gesellschaftlichen Vermittlungsinstanzen, die die selbstdestruktive Dynamik des Kapitals in einem gewissen Maße einhegen und damit auch dem aus dieser Dynamik entspringenden antisemitischen Wahn bestimmte Schranken setzen könnten. Indem die Racket-Theorie den Verlust des Scheins der Autonomie des Rechts reflektiert, der sich mit dem Funktionswandel des Rechts in den bürgerlichen Gesellschaften wie mit der Abschaffung des Rechts im Nationalsozialismus vollzog, markiert sie den der nachliberalen Phase der kapitalförmigen Vergesellschaftung angemessenen Begriff des Politischen.
Rezensent Jakob Hayner ist nicht überzeugt von Thorsten Fuchshubers Studie zum Racket-Begriff und seinem Verständnis bei Max Horkheimer und der Frankfurter Schule. So ganz scheint ihm die Systematisierung des Ansatzes durch den Autor nicht zu gelingen. Die Rekonstruktion der Argumente in den betreffenden Texten Horkheimers findet Hayner zwar minutiös, der Begriff selber bleibt jedoch unscharf, weil Fuchshuber sich in Unwesentlichem verliert, und möglicherweise auch, weil Rackets nicht mehr als ein polemischer Ausdruck war, meint Hayner.
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