Mit einem 16-seitigen farbigen Bildteil. Die deutsche Einheit - nur ein Mythos? Der Mythos von der deutschen Einheit prägt bis heute, so Tillmann Bendikowski, die Sicht der Deutschen auf sich selbst und ihre Geschichte. Zentrales Gründungsdatum dieses Mythos ist der Krieg gegen Frankreich und die anschließende Reichsgründung im Jahr 1870/71. Anhand der eingehenden Schilderung von neun symbolträchtigen Tagen werden entscheidende Abschnitte auf dem Weg zur deutschen Einigung unter Preußens Führung vergegenwärtigt: von der Flucht des Welfenkönigs aus Hannover ins österreichische Exil im Juni 1866 bis - nach der Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles - zur Siegesparade fünf Jahre später. Das Buch erhält einen 16-seitigen Farbbildteil, der die für die Thesen des Buches wesentlichen Ereignisse der Zeit darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2020
Sehr verdienstvoll findet Rezensent Gustav Seibt, wie Tillman Bendikowski in seiner Geschichte der Reichsgründung 1871 vor allem den Stimmen der Gegner Raum gewährt. Denn es waren nicht nur die reaktionären Welfen, die "mit der Liquidierung des Königshaus Hannover ausgeschaltet wurden" und die gegen eine deutsche Einigung unter preußischer Führung opponierten, sondern auch die fortschrittlichen Bayern. Und wie Seibt unter Berufung auf Bendikowski betont, wirkte hier nicht nur katholisches Antipreußentum, sondern ein Antimilitarismus und das historisch fundierte Misstrauen gegenüber einem Erbkaisertum, das sich schon auf den Kampf deutscher Fürsten gegen Barbarossas Sohn Heinrich VI. berufen konnte. Toll in Szene gesetzt findet der Rezensent, wie Bismarcks den Bayernkönig Ludwig II. kaufte - "mit der bei ihm üblichen Politik der Weinkrämpfe und massiven Bestechung".
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2020
Wenn Tillmann Bendikowski in seinem Buch "1870/71" gegen den Mythos von der ersehnten deutschen Einigung anschreibt, dann will Rezensent Jörg Himmelreich nicht widersprechen. Natürlich war die Reichsgründung ein von Bismarck durchgedrücktes Machtprojekt oder auch eine "Revolution von oben". Dass Bendikowski zugunsten der Lesbarkeit den historischen Verlauf ein wenig künstlich auf zentrale Wegmarken runterbricht, geht für Himmelreich in Ordnung. Doch die Verve, mit der Bendikowski hier offene Türen einrennt, quittiert der Rezensent mit Schulterzucken. Neu ist das für ihn alles nicht.
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