Seit Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" ist bekannt, dass das Lachen im Mittelalter eine heikle, ja eine "brandgefährliche" Sache sein kann. Tatsächlich galt heftiges, maßloses oder vor allem den Frauen zugeschriebenes törichtes Lachen in den monastischen Kreisen des Früh- und Hochmittelalters als verwerflich und wurde oft mit einem höllischen Gelächter gleichgesetzt. Mit der Wiederentdeckung verschiedener Schriften des griechischen Philosophen Aristoteles setzte sich im 13. Jh. eine positivere Beurteilung des Lachens durch, bevor im Spätmittelalter das Weinen ungleich höher bewertet und das Lachen erneut verurteilt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2012
Den auf eine Ausstellung im Mainzer Dommuseum zurückgehenden, von Winfried Wilhelmy herausgegebenen Band hält Daniel Jütte für eine fruchtbare Quelle für künftige Forschungen zum Thema Lachen im Mittelalter. Die enthaltenen Beiträge zeigen dem Rezensenten das Lachen nicht nur als urmenschliche Gefühlsäußerung, sondern auch als kulturell und sozial veränderliche Variable. Staunend liest Jütte, wie humorlos Jesus offenbar war. Die reiche Bebilderung des Buches zeugt allerdings auch von verklärt lächelnden Madonnen und grinsenden Teufeln, wie er feststellt. Ein Text zur komischen Volkskultur schließlich hält Jütte den Unterschied zwischen theologischem Diskurs und mittelalterlichem Alltag vor Augen.
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