Selbst alltägliche Konsumprodukte müssen heutzutage höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen und werden oft ähnlich aufwendig inszeniert wie Werke der Hochkultur. Wolfgang Ullrich wagt den Spagat zwischen beiden Welten und fragt, ob wir nicht alle längst dem Doping durch Konsum erliegen.
Brigitte Werneburg hat in Wolfgang Ullrichs Untersuchung der modernen Warenästhetik "Alles nur Konsum" einiges gelernt, sich aber vor allem bestätigt gefunden: Der Mensch ist Konsument und die Ware ist sein Heilsversprechen. Die konkreten Beispiele freuen sie in Ullrichs Buch besonders, das Sounddesign von Duschgel-Verschlüssen etwa, oder die Metaphorisierung von Mineralwasser. Dass die Werbung überhaupt erst die Wehwehchen erfindet, die dann durchaus als dringend empfunden werden und behoben werden müssen, kann aber nicht einmal mehr als schlecht gehütetes Geheimnis der Werbeindustrie gelten, findet Werneburg, und so sehr sie Ullrich in seinen Thesen zustimmt, etwas arg wohlwollend kommt es ihr dann doch vor, für wie ahnungslos-unschuldig er seine Mitmenschen hält. Wir sind über unsere "Konsumentenexistenz" inzwischen leider bestens aufgeklärt, ist sich die Rezensentin sicher, nur ändert das leider herzlich wenig.
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