"Kommt die
Architektur an ihr Ende?", fragt sich Marcus Woeller in der
Welt, nicht nur, weil selbst die jüngere Generation der Stararchitekten bereits auf die 80 zugeht. Woeller zitiert unter anderem
Patrik Schumacher, Architekt, Prinzipal von Zaha Hadids Büro ZHA - und den radikalen Libertären nahestehender Philosoph: "'Die Selbstzerstörung der Architektur als akademische Disziplin, als eigenständiger Diskurs und als theoriegeleiteter Beruf ist bereits eine vollendete Tatsache', schreibt er in einem aktuellen Aufsatz, der seine Zunft aufrütteln soll. Architektur habe aufgehört zu existieren, es entstünden nur 'bloße Gebäude', deren Gestaltung 'nicht mehr von einem lebendigen, kritischen Diskurs geprägt und gesteuert wird'.
Architektur verleugne die Autorschaft, 'verkomme' wieder zum Handwerk. Statt 'Innovation an der Grenze unserer sich schnell entwickelnden technologischen Zivilisation' zu fördern, beschäftige man sich an der Universität wie in Ausstellungen und der Fachpresse lieber mit 'Klimawandel, Rassismus, Eurozentrismus, Dekolonisierung, De-growth'."
Über die Empörung über den kahlen
Gendarmenmarkt (
unser Resümee) kann sich Peter Richter in der
SZ nur wundern, denn den Planern kam vermutlich nicht in den Sinn, "Bäume und Büsche hinzustellen, wo im Normalbetrieb des Platzes Besucher ins oder aus dem Konzert strömen und im Winter einer von Berlins beliebtesten
Weihnachtsmärkten aufgebaut wird. Der Gendarmenmarkt heißt schließlich Gendarmenmarkt und nicht
Gendarmenpark." Aber Richter hätte ein andere Idee:
Bäume auf Dächern. "Das wären eigentlich die idealen Flächen für öffentliche Parklandschaften. Sie waren das früher auch schon mal. Gerade in den Altbauquartieren Ostberlins, in Prenzlauer Berg vor allem, galten die flachen Dächer der Mietshäuser gewissermaßen als Naherholungsgebiete. (…) Das alles galt Bausachverständigen und Immobilienmenschen selbstverständlich als Unding, und so verschwand bei den Sanierungen im Verlauf der Neunziger- und Nullerjahre leider gleich beides, die Bäume auf den Dächern und die Dächer generell als
frei zugängliche Allmende der Bewohner eines Straßenblocks."