Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

1671 Presseschau-Absätze - Seite 16 von 168

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.03.2025 - Architektur

Besprochen wird: Die Ausstellung "Trees, Time, Architecture!" im Architekturmuseum der TU München (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.03.2025 - Architektur

Georg Lasius, Schüler von Gottfried Semper, gilt als einer der bedeutendsten Zürcher Architekten, verantwortlich zeichnet er unter anderem für das Chemiegebäude der ETH Zürich. Sowohl sein eigenes 1876 errichtetes Wohnhaus "Auf der Hoeh" sowie das damit verbundene Nachbargebäude "Marienhöhe" sollen nun abgerissen werden, schreibt Hubertus Adam entsetzt in der NZZ: "Der Abriss der Zwillingshäuser wurde in Unkenntnis der Bedeutung dieser Bauten geplant. Es wäre beschämend, wenn es tatsächlich dazu käme. Damit ginge nicht nur ein Bauensemble eines der einflussreichsten Zürcher Architekten seiner Zeit verloren, sondern auch ein Prototyp energieeffizienten Bauens, der die Brücke schlägt vom technologischen Fortschritt des 19. Jahrhunderts zu den heute virulenten Fragen des haushälterischen Umgangs mit Energie und Ressourcen."
Stichwörter: Lasius, Georg

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.03.2025 - Architektur

"Das spekulative Luxuswohnen und der soziale Wohnungsbau stehen sich unversöhnlicher denn je gegenüber", konstatiert der Architekt Hans Kollhoff in der FAZ. Ein Umdenken wäre notwendig, aber immer noch wirkt der Geist des Architekten Hans Scharoun nach, der nach 1945 eines neues Konzept für die zerstörte Stadt entwickeln sollte: "Was uns daran hindert, einem Paradigmenwechsel nachzugeben, ist eine Art morbus scharounensis, antigroßstädtisch, ja antiurban, der sich bis heute, vor allem im Dunstkreis der Akademie der Künste, hartnäckig hält und überall auflebt, wo Monumentalität gewittert wird oder Architektur allzu selbstbewusst auftritt. Es herrscht die Neigung, sich einzurichten in 'innovativen' Provisorien; einem heterogenen Wald von Stützen den Vorzug zu geben gegenüber einer Kolonnade; eine Gerade zu brechen, bevor sie zu einer Linie wird; ein Rechteck abzuschneiden, einen Würfel zu spalten. Angst vor Symmetrie, Regelhaftigkeit, Klassizität. Horror vor einem gegliederten Ganzen. Viel Grün, aber kein Park, keine Allee, kein stolzer Baum."
Stichwörter: Scharoun, Hans, Wohnungsbau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.03.2025 - Architektur

In einem seiner zahlreichen Dekrete der vergangenen Woche verfügte Donald Trump, mit Bundesmitteln finanzierte Bauten sollen sich ab sofort an "regionale, traditionelle und klassische architektonische Traditionen zu halten", die moderne Architektur der Nachkriegszeit oder der viele öffentliche US-Gebäude prägende Brutalismus sollen hingegen ausradiert werden, schreibt Sebastian Moll in der taz: "Wie allerdings der Rückgriff auf Klassizismus und Neoklassizismus zu Trumps Programm des Populismus passt, ist eher fraglich. Schon seit der Renaissance werden klassisch-antike Formen für die Repräsentation von Macht verwendet. Nicht zuletzt die Tatsache, dass sämtliche Eliteuniversitäten der USA klassizistisch gestaltet sind, macht den Stil zum offensichtlichen Symbol der Exklusivität."

Weitere Artikel: Ganz nachvollziehen kann Nicola Kuhn (Tagesspiegel) den Pritzker-Preis für den chinesischen Architekten Liu Jiakun nicht: "Eigentlich soll diese renommierteste Auszeichnung der Branche Personen auszeichnen, deren Werk die Debatte über Wege des Bauens und künstlerischer Architektur bereits bereichert haben wie die vorherigen Preisträger Zaha Hadid, Rem Koolhaas, Frei Otto, Norman Foster, David Chipperfield, Francis Kéré oder Peter Zumthor. Lius Wirkung auf die Weltarchitektur aber war bisher überschaubar."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.03.2025 - Architektur

Die Feuilletons würdigen den diesjährigen Pritzker-Preisträger Liu Jiakun. Der chinesische Architekt macht sich mit vielen seiner Arbeiten ums nachhaltige Bauen verdient, erläutert Niklas Maak in der FAZ. In seinem Heimatland bringt eine solche Herangehensweise Probleme mit sich: "Wie schwer es ist, in China Bauten zu errichten, die zum sozialen Zentrum eines Orts werden können, zeigt sich bei Lius Shuijingfang Museum. Liu gestaltete den Kulturbau so, dass er sich mit seinen traditionellen Dachformen, dem rohen Stein, mit Holzfassaden und einem minimalistischen Laubengang sensibel in das umliegende traditionelle Wohnviertel einfügte. Kaum war das Museum fertiggestellt, wurde das Wohnviertel allerdings restlos abgerissen. Nun steht das neue Museum wie die Erinnerung an eine Welt, die es nicht mehr gibt, in einem brandneuen Vergnügungs- und Ausgehbezirk." In der SZ freut sich Gerhard Matzig darüber, das mit Liu "ein Poet unter den Architekten" den Preis gewonnen hat. Im Standard porträtiert Czaja Wojciech Liu.
Stichwörter: Liu Jiakun, Pritzker-Preis

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.02.2025 - Architektur

Amerika-Gedenkbibliothek, Berlin. Perspektivische Ansicht bei Nacht, 1988, Aquarell, Tusche und Graphit auf Papier, 22,86 × 30,48 cm © Steven Holl

Sophie Jung (taz) gerät in "kunsttheoretisches Schwelgen", wenn sie in der Berliner Tchoban Foundation auf die Zeichnungen des Architekten Steven Holl blickt, der weltweit Museen, Bibliotheken, Einkaufshäuser, Kirchen oder Wohnanlagen baute: "Häufig sind es ziemlich besondere Architekturen, neomodernistisch mit lichtdurchlässigen Dachlandschaften, als hätte man gleich ein Dutzend gewölbter Papierbahnen aufs Gebäude gelegt. Oder mit riesigen, strammen Mauern, die punktgenau von nur wenigen Fenstern durchbrochen sind. … Flüchtig und skizzenhaft wirft er manchmal ganze Stadtplanungen auf ein vielleicht DIN-A5-großes Blatt, in beiläufigen Studien entwickelt er konstruktive Details von Sitzbänken oder Ecklösungen. Die perspektivischen Darstellungen seiner Gebäude und Entwürfe beeindrucken besonders. Die Art Zeichnung, die seit langer Zeit im Architekturbusiness eigentlich digitale Bildprogramme übernehmen. Fertigt Holl sie von Hand an, sind sie fotografisch exakt und trotzdem atmosphärisch. Die Gebäudeumrisse sind in feinen Linien formuliert, die Materialität ist mit kunstvoll schattierter Aquarellfarbe ausgearbeitet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.02.2025 - Architektur

Angeregt blättert taz-Autor Nikolaus Bernau in einem Buch der Architekturforschenden Kataryna Malaia und Philipp Meuser zum Massenwohnungsbau in der Ukraine. Die gesamte Geschichte moderner Wohnungsbauprojekte wird von den Autoren behandelt, auch aktuelle Kriegsschäden kommen vor. Nicht zuletzt jedoch wird "die großartige Formen- und Farbenlust deutlich, die auch die ukrainisch-sozialistische Architektur prägte - Moskau gab nur das grobe Regelwerk vor, die Planung und Ausführung geschah in den Sowjetrepubliken selbst. Es werden auch fundamentale Unterschiede zum Massenwohnungsbau Deutschlands klar, West- wie Ostdeutschlands: Toiletten erhalten eigene Räume, tief im Gebäudeinneren verborgene, faktisch fensterlose Funktionsküchen konnten ukrainische Baukombinate wohl nie durchsetzen. Ukrainer:innen wollen offenbar zusammensitzen und dabei gemeinsam nach draußen, auf ihre Stadt, sehen können."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.02.2025 - Architektur

In der Welt ist Dankwart Guratzsch genervt davon, dass der Bund der Steuerzahler dazu aufruft, in Zukunft auf "Prachtbauten" zu verzichten. Wer denkt, dass schöne Architektur ein unnötiger Luxus ist, liegt falsch, findet der Kritiker. Schon 1844 kritisierte man die Vollendung des Kölner Doms mit ähnlichen Argumenten, seufzt Guratzsch: "Wenn wir vorgerechnet haben, welche Milliarden seit 100 Jahren nur allein in die Erhaltung der ganz und gar 'einem vernünftigen Zwecke' gewidmeten schmucklosen Bauten der Architekturmoderne gesteckt werden mussten (und noch immer müssen), nur um sie am Leben zu halten, so könnten die Stadtväter von Köln nach 150 Jahren eine ganz andere Rechnung aufmachen: Der Dom zu Köln hat, rein materiell betrachtet, Millionen in die Kassen der Rheinmetropole gespült - als bare Hinterlassenschaft von sechs bis sieben Millionen Besuchern pro Jahr, die von 'Geist, Genius, Gemüt' des Bauwerks anscheinend nicht genug bekommen können."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.02.2025 - Architektur

Le Corbusier in allen Facetten lässt sich im Berner Zentrum Paul Klee entdecken, wozu Philipp Meier in der NZZ ausdrücklich ermutigt. In der Ausstellung "Die Ordnung der Dinge" zeigt sich ihm, dass der "Nonkonformist" so etwas wie ein Rundum-Künstler war, in allen Kunstformen bewandert, und "Themen der Moderne gesetzt und aufgeworfen hat wie kaum ein anderer Künstler oder Architekt seiner Zeit."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.02.2025 - Architektur

Bild: Buzluzha Project.

In der FR lernt Sophie Tiedemann in Bulgarien, was "Dissonant Heritage" ist: Es handelt sich dabei um "Kulturerbe, das schmerzt", weil es in Verbindung zu Diktatoren steht. Das brutalistische Busludscha-Denkmal, das die Bulgarische Kommunistische Partei 1981 errichten ließ, war nur wenige Jahre als Kongresszentrum in Betrieb. Die Architektin Dora Ivanova hat zur Bewahrung des schwierigen Erbes 2015 die Busludscha-Stiftung gegründet: "Alles soll dokumentiert werden: der propagandistische Glamour der Vergangenheit und die Wut auf die einstigen Diktatoren, die sich nach Zusammenbruch des Regimes in Vandalismus äußerte. Ivanova und ihrem Team geht es ums Bewahren, nicht ums Restaurieren. Genau deshalb sollen alle zu Wort kommen: Auch jene, die an die Wände Graffitis sprühten und vielleicht sogar Diebe, die Marmorfliesen und Kupferskulpturen abtrugen."