Der Modeschöpfer
Pierre Cardin ist tot. Mit seinen futuristischen Entwürfen "brachte er die
Zukunft in die Mode",
schreibt Marion Löhndorf in der
NZZ. "Seine Kleider um- und verhüllten ihre Trägerinnen mit geraden oder symmetrischen, oft dreidimensional in den Raum ragenden Schnitten und starken geometrischen Mustern. Sie gaben den Körpern einen
technologischen Zug. Ihr Ideal war, so wenigstens sah es von außen aus, die
Maschine. ... Eine seiner wegweisenden Kollektionen trug 1964 den Titel 'Cosmocorps'. Plastikreifen und überdimensionale Capes,
fluoreszierende Bodysuits und Hüte, die nur die Augen der Models freiließen, gehörten zu seinen Mode-Ideen, die er in Materialien wie Spandex und Plastik ausführen ließ."
Cardin war nicht zuletzt auch Geschäftsmann, ein Pionier des Prêt-à-Porter,
schreibt Jan Kedves in der
SZ: "Dass Mode etwas Elitäres haben muss, fand er gar nicht, im Gegenteil: Er erlaubte Firmen,
sogar Bratpfannen mit seinem Signet zu verkaufen. Für ihn war das eine Demokratisierung der Mode und eine
Beglückung der Menschen, die er aus Traditionen und Abhängigkeiten befreien wollte." So "entwarf er praktische Mode für die moderne, emanzipierte, berufstätige Frau, die um ihre Unabhängigkeit kämpft, die mobil ist, die Auto fährt. Das heißt: Leggins, Plexiglas-Visiere, minikurze Röcke.
Elegant,
aber nicht kompliziert." Das
ZeitMagazin spendiert eine Bilderstrecke.