Hilka Dirks unterhält sich für die taz mit Robyn über deren neues Album "Sexistential". Besprochen werden Ensos Album "Peaceful Dwelling" (FR) und Rayes Album "This Music May Contain Hope" (taz).
Die Komponistin CharlotteSeither steht in der FAZ einem neuen Antrag zur Strukturreform der GEMA sehr skeptisch gegenüber. Sie fürchtet eine einseitige Übernahme der GEMA durch die Fraktion der Unterhaltungsmusik - nicht nur, was Tantiemen, sondern auch was Stimmrechte betrifft. "E-Komponierende müssen mit der Reform von einem Einkommensverlust von 70 Prozent und mehr ausgehen. Während das Einkommen also drastisch sinkt, wird die Zugangsschwelle zur Ordentlichen Mitgliedschaft gerade nicht abgesenkt - man kann dies nur als gezielten politischen Willen deuten." Denn dafür "muss ein E-Komponist nach der Reform das 9,15-Fache (!) des durchschnittlichen E-Einkommens aufbringen - ein faktischesKnock-out. ... Mit ihrer neuen Gremienarchitektur zeigt die GEMA, dass sie ihr politisches Machtzentrum immer enger im 'Gleich unter Gleichen' aufteilt. Die politische Entscheidungsmacht wird also gerade nicht auf viele, bunte, unabhängige Köpfe verteilt: Wer mit der Reform also nicht nur einen Vielfaltsflyer, sondern auch eine Vielfaltsdemokratie im politischen Maschinenraum der Macht erwartet hat, wird enttäuscht."
Regine Müller resümiert in VAN die Berliner MaerzMusik, die sich im vierten Jahr der Leitung von KamilaMetwaly im Vergleich zu den Jahrgängen ihres Vorgängers BernoOdoPolzer sehr verändert habe - weg von der "Seminaritis", die die FAZ dem Festival einst bescheinigt hat, wieder zurück zur Musik. Zum Auftakt gab es GeorgFriedrichHaas' "11.000 Saiten" - zwar keine Premiere, aber "Haas' hochkomplexe Komposition entfaltet erneut ihre sogartige, überwältigende Wirkung, das dem in der Mitte sitzenden Publikum eine auch physisch extreme Erfahrung bietet und ein Klangerlebnis, das mit minimalen Verstimmungen ganz analog ein irisierendleuchtendesOberton-Spektrum öffnet. '11.000 Saiten' entwickelt sich ganz offensichtlich zu einem Schlüsselwerk dieser Zeit. ... Haas, den man schon als den Bruckner des 21. Jahrhunderts tituliert hat, betont, dass sein Fokus auf die Wahrnehmung gerichtet sei, - 'dass also Musik von Menschen für Menschen gemacht wird - ist für mich der springende Punkt'."
Weiteres: Im VAN-Kommentar freut sich Merle Krafeld zwar, dass immer mehr Häuser im Klassikbetrieb klimaeffizienter werden, allein, es bekommt kaum jemand mit: "Die Klassikwelt, die gesellschaftliche Veränderungsprozesse sonst auch gerne mal verschläft oder absichtlich ignoriert, sollte sich in diesem Fall vielleicht ausnahmsweise etwas lauter feiern." Julian Weber berichtet in der taz vom Babel-Festival in Marseille. Marcus Stäbler trauert in der NZZ um das Hagen-Quartett, das sich nach seinem letzten Konzert am 28. März auflösen wird und dessen "Wagemut und feinnervige Sensibilität" wohl "schwer zu ersetzen sein wird". In der Jungle Worldschreibt Vojin Saša Vukadinović zum Tod von BettinaKöster. In VAN berichtet Susanne Westenfelder von ihrem Unbehagen beim Blick auf die Pläne zur Umarbeitung des EvangelischenGesangsbuchs: Sie drohen "weiter auszuhöhlen, was die protestantische Kirchenmusik einst zu einem einzigartigen kulturellen Projekt machte". Christian Schachinger schreibt im Standard einen Nachruf auf den Pop-Komponisten ChipTaylor.
Besprochen werden neue Alben von VoodooJürgens (SZ) und TylerBallgame (FR).
Nikolai Ott wirft für die FAZ einen Blick auf das Phänomen, dass sich insbesondere jüngere Protagonisten des Deutschrap für "WhiteGirlMusic" der frühen Zehnerjahre öffnen und deren Fundus also als Sample-Material aufgreifen. "Die Rapper zeigen, dass daran nichts unmännlich ist. Und mehr noch: dass die alte Unterscheidung zwischen 'echter' Musik und 'Guilty Pleasure' als Statusgeste mittlerweile brüchig wird. ... Auffällig ist nur: So selbstbewusst die Rap-Stars ihre neue Liebe zum Pop zelebrieren, so zurückhaltend bleibt die männliche Gefolgschaft, sich ernsthaft zu White-Girl-Pop oder, einfacher, zu Pop zu bekennen. Stattdessen bleibt es oft beim ironischen Vorbehalt, beim Zwinkern im Satz. In diesem Impuls, die neue Nähe zur Popkultur wegzuschieben, steckt deshalb wohl weniger Geschmack als ein Immunisierungsversuch gegenüber der aktuellen Kulturlandschaft, die sich im Pop-Revival ausdrückt: Wenn die Gegenwart überfordert, wird die Vergangenheit zur sicheren Zone - als Playlist, als Pose, als Erinnerung an eine Zeit, die zumindest im Rückblick geordneter wirkt." Hier greift Souly etwa auf "I Love It" von Icona Pop und Charli XCX aus dem Jahr 2013 zurück:
tazler Karl Bruckmaier gerät beim Blick ins fotografische Begleitmaterial des neuen Live-Albums "Bremen 1965" von TheloniousMonk sehr ins Schmunzeln: Während der Jazz sich in den USA seinerzeit schon ins Anarchische entgrenzt hat, trägt das deutsche Publikum "noch toupierte Haarpracht und Façonschnitt, Kostüm und Anzug, während Monk nach Zeitungsberichten an jenem Abend des 8. März 1965 einen grünen Anzug, knallgelbe Schuhe, eine rosa Krawatte und eine hohe russisch anmutende Pelzmütze präsentierte. Wie irritierend müssen seine exaltierten Bewegungen am Klavier gewesen sein, dieser Sitztanz einer Gottesanbeterin, dieses Scheppern und Klirren, dieses abrupte Abstoppen und neu Anfangen, diese eigentümliche Verwendung eines sich langsam verstimmenden Flügels als Schlagwerk, diese Reinkarnation des Klaviers als afrikanische Trommel. ... Es scheint mir unmöglich, nach diesem Abend weitergelebtzuhabenwiedavor."
Nicht nur Christian Schachinger im Standard, sondern auch der Perlentaucher hinter diesen Zeilen freut sich über das Comeback von Neurosis, die mit "An Undying Love for a Burning World" nach zehn Jahren ein neues Album vorlegen und mit Aaron Turner einen neuen Mann am Mikro präsentieren. Einst als Hardcore-Punk-Band gegründet, zählt die Band längst zu den Pionieren des Avantgarde-Metal. "Nach über die Jahre veröffentlichten Großtaten wie 'Souls at Zero' (1992), 'Through Silver in Blood' (1996) oder zuletzt 2016 'Fire Within Fires' wähnte man eigentlich, dass zum Thema Verlust, Trauma und überhaupt Welt, dieindieBinsengeht, alles gesagt sei." Doch die Band lädt "ein weiteres Mal zum Totentanz ein" und lässt mitunter erahnen, "wie es klingt, wenn sich Pink Floyd in ihrer klassischen Astronautenphase inklusive gezupfter Gitarre und Ikea-Sternteppich-Synthesizer in eine Punker-Hütte verirren würden. ... Wir blasen mit Neurosis metaphysischenTrübsinn" und "am Ende fühlt man sich restlos - und endgültig - verstanden. Das Leben kann jetzt weitergehen. Aber nicht für immer. Danke, so gut schlecht haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt."
"Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet in einigen Traditions-Feuilletons noch immer das Märchen des ungezügelten Genies fortgeschrieben und die Kunst als geniales Machotum verteidigt wird", schreibt Axel Brüggemann auf Backstage Classical mit Blick auf die Berichterstattung über die Auseinandersetzungen um den Intendanten der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser. "Könnte es sein, dass es einigen Dinosauriern des Klassik-Feuilletons" - Brüggemann hebt Eleonore Büning, Manuel Brug und Jan Brachmann namentlich hervor - "gar nicht mehr um die Musik und ihre gesellschaftlichen Strukturen geht, sondern darum, dass sie im Wandel des Klassik-Geschäftes ihren eigenen Bedeutungsverlust spiegeln und deshalb mit einem merkwürdigen Furor aus Besserwisserei, Ignoranz und der Verteidigung von schlechtem Benehmen gegen ihn anschreiben? ... Einige Journalistinnen und Journalisten scheinen sich als letzte Gatekeeper der hehren Kunst zu verstehen. Wobei nicht wirklich klar ist, ob sie wirklich noch die Musik verteidigen, oder nur jene Stellung, die sie in dieser alten Welt früher selber einmal ausgefüllt haben: die Position der Autorität und der Macht. Ist das Wehklagen über das Ende der brutalen alten Klassikwelt also letztlich nur ein Wehklagen über das Ende der eigenen Rolle?"
Weitere Artikel: Die Agenturen melden, dass der Cantautore GinoPaoli im Alter von 91 Jahren gestorben ist - hier das ewig hinreißende Lied "Senza Fine". Besprochen werden ein Auftritt von Clueso in Frankfurt (FR), ein Konzert von SebastianGramss und ValentinGarvie in Höchst (FR), MelinaNoras Mundart-Album "Momänt" (NZZ), JackHarlows Album "Monica" (FAZ), eine Netflix-Doku über die RedHotChiliPeppers (SZ) und Robyns neues Album "Sexistential" (Standard).
"Wow! Das ist wirklich verdammt gut", staunt Maurice Summen in der taz über "A Plea", die Single-Auskopplung aus dem Debüt-Soloalbum "Honora" des Red-Hot-Chilli-Peppers-Bassisten Flea. Leider fällt der Rest des ziemlich jazzigen Albums nicht ganz so überzeugend aus, sondern wirkt eher wie ein Kessel Buntes: "So spielt er auf diesem Album nicht nur Bass, sondern auch Trompete und bläst etwa das legendäre 'Maggot Brain' von Funkadelic. Der Track 'Frailed' klingt wie 90er-Jahre-Electronic zwischen Drum-'n'-Bass-Breakbeat und TripHop-Einschläferung! ... ThomYorke taucht auf dem Album als Gastsänger auf, genau wie NickCave", doch was "leider fehlt, ist ein zweites 'A Plea'. Hätte Flea es tatsächlich geschafft, ein ganzes Album auf diesem Niveau mit seiner Spitzenband einzuspielen, es wäre ein Werk für alle Ewigkeiten geworden. Aber gerade im weltweiten Jazz-Universum gibt es aktuell so unfassbar viel gute Musik, dass das Crossover-Album unseres liebsten Funky-Punks eher wie eine große Ehrerweisung an den Jazz klingt. Ein virtuoser oder innovativer Jazzkünstler ist Flea eben nicht."
Aber schon wirklich toll, wie geschmeidig sich Flea mit seinen über 60 Jahren durch das Video zu "A Plea" tänzelt (bei Netflix ist übrigens gerade eine gar nicht schlechte Doku über die Red Hot Chili Peppers zu sehen):
Weitere Artikel: Das Comeback der K-Pop-Stars BTS, deren Konzert am vergangenen Samstag weltweit womöglich "Milliarden" gesehen haben, könnte man durchaus "vielleicht zwischen Beatlemania und Mondlandung" hängen, mutmaßt David Pfeifer in der SZ, und "in Seoul selbst ist das Comeback quasi ein Staatsakt". Natalie Lange plaudert im Tagesspiegel mit Popstar Robyn.
Besprochen werden Rosalías Auftritt in Zürich (NZZ), ein von RiccardoChailly dirigiertes Konzert in Wien des FilarmonicadelaScala mit Pianist AlexandreKantorow (Standard), ein Konzert von KhatiaBuniatishvili in Frankfurt (FR), MeredithMonks Auftritt bei der Berliner MaerzMusik (FAZ, mehr dazu bereits hier) und neue avancierte Rockmusik, darunter Kim Gordons "Play Me" ("es fliegen die postmodernen Fetzen", schreibt Christian Schachinger im Standard).
Hingerissen berichtet Gregor Dotzauer im Tagesspiegel vom Auftritt Meredith Monks bei der MaerzMusik in Berlin. Das ist so viel mehr als Vokalakrobatik, findet er: "Es ist ein theatralisches Ereignis, das jeden Ton an eine Gebärde, eine Geste, eine Schrittfolge oder eine Körperhaltung knüpft, und sei es nur, indem die Handflächen wie kleine Segel agieren. Meredith Monks Verständnis von Musik als Bewegung und Bewegung als Musik wird getragen von einem Sinn für den Atem, der schon im rhythmischen Hecheln alles ermöglicht, was die Stimmbänder passiert. Es lebt, jenseits von Zwerchfell und Kehlkopf, von einer Faszination für die Mundraumhöhle, die ihr etwa im 'Click Song' ein mit Schnalz- und Schmatzakzenten versehenes Duett für eine Sängerin erlaubt." Auch taz-Kritikerin Sophie Jung ist begeistert: Die Auszeichnung Monks mit dem Großen Berliner Kunstpreis findet sie mehr als verdient, schade nur, dass der Berliner Senat zuvor die Hälfte - insgesamt 22.500 Euro - des Preisgeldes gestrichen hat.
Hier ein Click-Song von Monks Album "Cellular Songs":
Weiteres: Der Standardberichtet über Reaktionen auf die Missbrauchsvorwürfen gegen Musiker Christoph Seiler, der sich jetzt entschuldigt haben soll. Besprochen werden das neue Album von das bisschen Totschlag "0dB Headroom" (taz) und eine Aufnahme von Reinhard Lakomys Elektronik-Konzert 1983 im Palast der Republik (BlZ). Wir hören rein:
Wolfram Weimer stiftet mit dem "Polyton" einen neuen Musikpreis, die verleihende "Akademie für Popmusik" könnte einen wichtigen Faktor in den Debatten bilden, die zwischen Musikern und Streamingdiensten geführt werden, eruiert Elena Witzeck für die FAS im Gespräch mit der Akademiesprecherin Balbina. Zu hoffen ist, "dass die Akademie-Mitglieder zu einer politischen Größe heranwachsen, die irgendwann wirklich in der Lage ist, sich gegen die Zumutungen der Gegenwart und die Bedrohungen der Zukunft zu wehren. Die nächste Welle rollt nämlich schon heran. In ihrem Wohnzimmer in Marzahn spielt Balbina von ihrem Handy einen Song ab, der sehr gut klingt. (...) Das ist die Zukunft. 'Weil da Musik drin ist von Menschen, die keine Kohle kriegen dafür.' Die Entscheidung, die Plattformen dafür nicht in die Verantwortung zu nehmen, ist schon ein paar Jahre her. Jetzt ist die KI trainiert, sind die Daten hochgeladen. Sich dagegen zu wappnen, was kommt, dafür braucht es jede Menge Musikschaffende, die zusammenstehen."
Weiteres: Josef Wirnshofer begleitet Sebastian Krummbiegel mehrere Monate für die SZ. Ulrich Gutmair interviewt Nina Hagen in der taz zu ihrem neuen Gospel-Album "Highway to Heaven", für den Tagesspiegel spricht Gunda Bartels mit ihr. Die pakistanische Konzertpianist Usman Anees gibt sein internationales Debüt in Dubai, Thilo Komma-Pöllath lauscht dem virtuosen Spiel gebannt für die FAS. Für den Tagesspiegel interviewt Christiane Peitz Igor Levit, der demnächst alle Klavierkonzerte von Sergei Prokofjew in der Berliner Philharmonie spielt. Die Geigerin Hillary Hahn tritt in der Tonhalle Zürich auf, in der NZZfehlt Thomas Schacher bei den Klängen von Prokofjews 1. Violinkonzert ein wenig die Emotion.
Besprochen wird: Das neue Album "Arirang" der K-Pop-Band BTS (Zeit).
Der queere US-Gitarrist Kid Congo Powers spricht im Interview mit der taz über seine Musik im Besonderen und Latino-Musiker im Allgemeinen: "Bad Bunny ist spitze. Ich finde es toll, dass er dafür ausgewählt wurde, und mir gefällt besonders, dass er die MAGA-Typen und deren konservatives Weltbild angepisst hat. Außerdem ist Bad Bunny ein Geschenk für alle Latinos: Erst in dem Moment, in dem du so herausgestellt wirst, wird dir klar, wie unterrepräsentiert du eigentlich bist. Das war schon eine große Sache, auf die auch ich stolz war. Es ist verrückt, wie Bad Bunny Menschen gegen sich aufbringt. Er ist US-Amerikaner mit Wurzeln in Puerto Rico. Das ist der identitätspolitische Bullshit, mit dem ich mich schon mein ganzes Leben herumplagen muss."
Besprochen werden Mitskis Album "Nothing's About to Happen to Me" (taz), ein Konzert des Ensemble Modern mit Zenders "Winterreise" in der Alten Oper Frankfurt (FR) und ein Konzert des Quartetts Kapa Tult im Frankfurter Mousonturm (FR).
Gestern morgen waren es noch eher unbestätigte Anzeichen auf Facebook, heute ist es gewiss: BettinaKöster, die in den frühen Achtzigern mit Bands wie ManiaD und Malaria die hiesige Postpunk-Szene mitgeprägt hatte, ist im Alter von 66 Jahren gestorben. "1981 rief der britische Radio-DJ John Peel vier Tage vor der Hochzeit von Lady Diana Spencer und Prince Charles die Berlinerinnen von Mania D zu 'Queens of Noise' aus", erinnert Robert Mießner in der taz. Und Malaria "sollte Aura und Klang des Westberliner 'GenialeDilettanten'-Mythos maßgeblich prägen. Dass von dieser Stilistik Sinnlichkeit nicht zu trennen ist, bleibt eines der Verdienste von Malaria! und mit ihnen Bettina Kösters" - nicht zuletzt wegen ihrer "souveränen Stimme". Einen weiteren Nachruf schreibt Nadine Lange im Tagesspiegel. Im Archivfundus des Dlf kann man Lorenz Schröters 2020 entstandenes Feature über Mania D noch immer nachhören.
Weiteres: Samir H. Köck plaudert für die Presse mit VoodooJürgen über dessen neues, im Standardbesprochenes Album. Besprochen werden ein Konzert des Ensembles UnitedBerlin unter VladmirJurowski in Berlin (NMZ) und NilsKeppels "Super Sonic Youth" (Standard).
Arne Löffel plaudert in der FR mit Romano über dessen neues Album. Und: Auf Facebook mehren sich die Hinweise, dass Bettina Köster von den deutschen Punk-Urgesteinen Mania D und Malaria gestorben sein soll.
Besprochen werden neue Rap-Veröffentlichungen von Fakemink und Xaviersobased (taz) sowie die Soli-Compilation "Help (2)" zugunsten von Kindern in Not (SZ).
Julian Weber berichtet in der taz von dem Fall, dass der US-Jazzpianist JasonMoran mit einem Mal damit konfrontiert war, dass auf Spotify Musik von ihm auftauchte, die gar nicht von ihm stammte. Bis der Streamer handelte, musste Moran aber ziemlich hartnäckig nachbohren. "Spotify kümmert anscheinend weniger, wer Fake-Accounts betreibt und die Plattform hat auch anonyme Komponist:innen mit Auftragswerken für Ghost-Artist-Playlists beauftragt. Mehr Interesse hat der Big-Brother-Konzern daran, zu erfahren, wer seine User:innen sind, welche Tagesabläufe sie haben, wohin sie reisen und mit wem sie auf Social Media befreundet sind. ... Unklar ist, wie hoch der Urheberrechtsschaden beziffert wird, der damit angerichtet wurde und wer den Fake-Account eigentlich betrieben hatte. Sobald Moran das falsche Spotify-Konto unter seinem Namen öffentlich gemacht hatte, berichteten Wegbegleiter:innen wie US-Jazzsängerin GretchenParlato von ähnlichen Vorkommnissen."
ChrisNorman, SuziQuatro, BonnieTyler, ChrisdeBurgh: Joachim Hentschel blickt in der SZ auf das Phänomen, dass einige britische und amerikanische Acts in ihrer Heimat längst nicht mehr populär sind, wenn sie dort überhaupt je einmal angesagt waren, aber in Deutschland große Hallen füllen und dort vor "Oldiefreunden an der Mosel, Bravo-Sammlerinnen aus Eimsbüttel, Rock-Rentnern aus dem Jagsttal" spielen. "Die Symptome einer sogenannten Leitkultur sucht man sonst ja eher im Volkstümlichen, in den regionalen Bieranstichen. Doch wenn es so etwas wie einen typisch deutschen Geschmack geben sollte, womöglich ein typisch deutsches Wesen: Vielleicht kann man es noch kontrastreicher daran ablesen, welche britischen oder amerikanischen Stars wir mehr lieben, als die Briten und Amerikaner es je taten."
Chris de Burgh in Deutschland, das ist vor allem auch deutsche Fernsehgeschichte. Das war sein zweiter Auftritt in "Wetten dass?":
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Yevgenia Belorusets: Zündhölzer Mit einem Nachwort von Katja Petrowskaja. Aus dem Russischen von Claudia Dathe. Ein Keller in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine. Von irgendwoher tönen Stimmen…
Hans Pleschinski: Bildnis eines Unsichtbaren Neuausgabe. Mit einem Nachwort von Anja Kampmann. Roman einer großen Liebe in Zeiten der sexuellen Befreiung Silvester 1999 in Paris. Die siebziger und achtziger Jahre in…
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