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Magazinrundschau vom 01.07.2014 - Tablet

Vladislav Davidzon schreibt eine wunderbare Hommage auf die "noble Frechheit" des Bernard-Henri Lévy, der bei näherem Hinsehen wohl als die exotischste Figur des aktuellsten Geisteslebens gelten darf. Er beschreibt ihn als "zeitweiligen Berufsrevolutionär", ja "freelance Stateman", der eine parallele französische Außenpolitik betreibt, und als einen Verteidiger eines altmodischen Ehrbegriffs aus dem 18. Jahrhundert, der unter europäischen Intellektuellen längst démodé ist. Mit Bewunderung schildert er überdies, mit welcher Unbefangenheit sich Lévy (der ja in Algerien geboren wurde und seine Kindheit in Marokko verbrachte) in der muslimischen Welt bewegt: "Erst jetzt bemerkte ich, dass dieser makellose Franzose, und offen bekennende Jude, dieser unerschrockene Bon vivant, auch eine tiefe Verbundenheit zur arabischen Kultur hat. Die meisten seiner Engagements und ganz sicher die leidenschaftlichsten - von Afghanistan bis Libyen und von Pakistan bis Bangladesch - galten muslimischen Ländern. Er war wohl der größte Fürsprecher der Muslime Bosnien-Herzegowinas und ihres Präsidenten Alija Izetbegović.... Während der libyschen Invasion legte er wert darauf, dass alle Rebellen über sein Judentum informiert waren. Er fühlt sich wohl in der muslimischen Welt, weit wohler als die meisten europäischen Intellektuellen, die darüber sprechen, oder dort intervenieren wollen, oder nach Entschuldigungen für sie suchen."