
Gemeinsam mit seinem 2011 verstorbenen Partner Jerry Leiber hat der Songschreiber und Produzent
Mike Stoller die DNA der amerikanischen Populärmusik der zweiten Hälfte wie kaum ein zweiter geprägt - zumindest, was
Golden Evergreens von beispielweise von
Elvis,
James Brown, Ben E. King oder
Aretha Franklin betrifft. David Samuels hat mit dem Songschreiber und Produzenten ein von Pop-Anekdoten durchsetztes Gespräch
geführt, das in Zeiten, in denen ein ethnifizierter Kultur-Isolationismus ernsthaft als antirassistische Strategie ins Gespräch gebracht wird, auch einigen Aktualitätsbezug aufweist. Denn Stoller erweist sich als großer Freund des
kulturellen Transfers zwischen den Milieus: "Von Anfang an war alles, was wir getan haben, davon inspiriert, wie gut wir die schwarze populäre Musik kannten und verstanden und wie sehr wir sie liebten. Der Blues, Boogie Woogie, Rhythm'n'Blues. Und die Leute sagten: 'Ihr seid daran schuld, dass diese Musik zu den Weißen gekommen ist.' Uns machte das
sehr stolz. Und bis heute sagen das die Leute. Wenn das etwas ist, was auf unser Konto geht, dann hat es uns sehr stolz gemacht. Denn: Ja, selbstverständlich gibt es eine
Vielzahl von Einflüssen auf die amerikanische Musik, aber ich denke, der stärkste stammt von den Schwarzen. ... Es war vor allem der Rhythmus, der uns angesprochen ist. Und da lag
Humor drin, sogar in den Blues-Stücken. Wissen Sie, der Humor im Blues ist, wie Jerry stets zu sagen pflegte, dem jiddischen Humor sehr ähnlich. Nach dem Motto, wenigstens habe ich all dies Unglück zu ertragen, ansonsten hätte ich ja
gar kein Glück."