9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Gesellschaft

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.06.2019 - Gesellschaft

Noch immer prägen alte Indianer-Klischees das Bild der Native Americans  - dabei leben etwa 75 Prozent der fünf Millionen nordamerikanischen Indianer heute in Städten, schreibt Sarah Pines in der NZZ und verweist auch darauf, das der Begriff Indianer laut New Yorker Bildungsministerium wieder als politisch korrekt gelte: "Indianer sind nicht mehr nur ländlich. Sie gehen elegant und würdig auf Asphalt. 'Dass amerikanische Ureinwohner über beachtliche Vermögen verfügen können, überrascht immer noch viele', schreibt Ron Rowell vom Stamm der Choctaw, Vorstandsmitglied der Common Counsel Foundation. 'Sie gehören zu einer unsichtbaren Gruppe, zusammen mit Afroamerikanern, asiatischen und hispanischen Amerikanern und anderen, die andersfarbig und reich sind.' Denn Erfolg und Reichtum werden nach wie vor automatisch mit weißer Haut assoziiert."
Stichwörter: Indianer, Native Americans

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.06.2019 - Gesellschaft

Was nützt es Joghurtbecher zu recyceln wenn schon bald die Sandstürme über uns hinwegfegen werden?, fragt Philip Bovermann in der SZ und empfiehlt als Antwort auf die "drohende Klimakatstrophe" etwas kokett mehr Melancholie. "Unsere Welt - die Art, wie wir Menschen in westlichen Industrieländern leben - ist verloren. Es ist Zeit, sich von ihr zu verabschieden. Auch vom Röhren der Sechszylinder. Vom Brutzeln der Steaks. Was sollen wir tun? Zunächst einmal aufhören, so heillos produktiv zu sein. Und uns das alles mal grundsätzlich durch den Kopf gehen lassen. Notfalls in trostlose Untätigkeit verfallen."

Im taz-Interview mit Doris Akrap blickt die Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen auf ihre Arbeit zurück und auf all die Entwicklungsromane, die sich vor Gericht entfalten: "Was mich immer fasziniert hat: Das Recht ist ein scheinbar starres Gebilde aus Paragrafen, Regeln und geregelten Ausnahmen. Und dann erleben Sie die Geschichten der Angeklagten, Zeugen und Opfer und denken: Dafür kann es doch gar keinen Paragrafen geben. Aber das Recht ist in der Lage, das alles so zu sezieren und zu analysieren, dass am Ende meist ein Urteil ergeht, das gar nicht so verkehrt ist."
Stichwörter: Melancholie

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.06.2019 - Gesellschaft

Man solle es mit den Warnungen vor Antisemitismus nicht so übertreiben, hat Peter Sloterdijk bei einem Kongress gesagt. Michael Wuliger notiert diese Äußerung in der Jüdischen Allgemeinen mit Staunen und Skepsis: "Zumal wenn diese Ratschläge gleich noch mit handfesten Warnungen einhergehen. Sloterdijk mahnte auf Schloss Seggau nämlich auch 'Zurückhaltung' an. Wenn behauptet werde, 30 Prozent der Deutschen seien judenfeindlich, habe dies den Charakter einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich übersetze das so: Wenn die Juden ständig von Antisemitismus reden, dann wecken sie ihn erst, sind also selbst schuld."

Vivienne Walt ist für Time durch viele europäische Länder gereist, um Klagen über wachsenden Antisemitismus nachzugehen: "Viele Juden in Europa sagen, dass es nicht die großen, sondern die kleinen Vorfälle sind, die beweisen, wie weit verbreitet dieses Problem ist. Der Antisemitsmus ist nach ihrer Beschreibung ins alltägliche Leben eingedrungen, das mache es komplizierter, das Problem anzugehen. 'Wenn es nicht gerade sehr ernst und man körperlich attackiert wird, gibt es eine Tendenz, nicht zur Polizei zu gehen', sagt Fredrik Sieradzki, Sprecher der jüdischen Gemeinde in Malmö."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.06.2019 - Gesellschaft

Nach der Ausstellung "Muslim Fashions" in Frankfurt, die ein Instrument der Unterwerfung als modisches Accessoire feierte, eröffnet nun in Köln eine zweite Ausstellung zu "Munaqabba - über Frauen in Vollverschleierung in Deutschland". Die Fotografien Selina Pfrüner porträtierte - so weit man davon sprechen kann - einige vollverschleierte Frauen in Deutschland und führte mit ihnen einfühlsame Gespräche. Höhepunkt der Ausstellung wird das "Frauen-Special" am 23. Juni sein, an dem Frauen "Vollverschleierung anprobieren mit Hilfe der vollverschleierten Protagonistinnen", berichtet Chantal Louis bei emma.de: "Gefördert wird das Projekt mit 3.000 Euro vom Kulturamt der Stadt Köln, mit 8.000 Euro vom NRW-Landesbüro Freie Darstellende Künste und vom NRW-Kulturministerium. Das Kölner Kulturamt ist angetan davon, dass 'Selina Pfrüner einen spannenden, in keine Richtung wertenden Zugang zu der Thematik gefunden hat'. Auch das NRW-Landesbüro, das das Projekt im Auftrag des NRW-Kulturministeriums fördert, fand den Antrag der Fotografin 'überzeugend'. Unterstützt wird die Vollverschleierungs-Ausstellung im Rahmen des Sonderförderprogramms 'Interkuturelle Impulse', das Teil des 'Landesintegrationsplans' ist."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.06.2019 - Gesellschaft

In der Welt überlegt Cigdem Toprak, warum es für Einwanderer oft so schwer ist, in Deutschland anzukommen. Einer der Gründe ist ihrer Meinung nach das fehlende Freiheitsgefühl der Einwanderer: Es "fehlt oft allen, die aus Ländern stammen, in denen das Kollektiv einen höheren Stellenwert hat als das Individuum. In denen die Interessen der Gruppe, sei es der Stamm, die Religionsgemeinschaft oder die Familie, über den Interessen des Einzelnen stehen. Wen man heiraten, welchen Beruf man ausüben, wo man leben möchte, darf nicht individuell beantwortet werden, sondern wird durch andere bestimmt - ob durch Tradition, Kultur oder Religion. Und diese Denkweise wird nach Deutschland importiert, hier weitergelebt, an die nächsten Generationen weitergegeben. Es ist die Freiheit, die uns allen fehlt."
Stichwörter: Freiheit, Einwanderer

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.06.2019 - Gesellschaft

In der SZ bewertet Isabel Pfaff die große Frauendemonstration in der Schweiz nicht nur als Protest gegen ungleiche Löhne, mangelnde Repräsentation und fehlende Kinderbetreuung: "Wenn junge Frauen mitten auf dem Berner Bundesplatz in aller Seelenruhe das Wort 'Vulva' auf ein riesiges Plakat pinseln, wenn sie stolz eine lila Gebärmutter als Symbol ihres Protests in die Höhe halten, wenn sie sich lautstark über die hohe Besteuerung von Tampons ärgern: Dann wird Weiblichkeit neu bewertet. Und Feminismus zu einer Haltung, die Mädchen und junge Frauen selbstbewusst für sich reklamieren."

"Man läuft heute als religiöser Jude nicht mehr mit der gleichen Selbstverständlichkeit durch europäische Städte wie zum Beispiel noch vor zehn Jahren", sagt der Basler Judaist Alfred Bodenheimer im Interview mit der Jüdischen Allgemeinen: "Ich sehe diesen neuen Antisemitismus als eine Erkrankung unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die glaubt, sie müsse ihre Probleme dadurch lösen, dass sie ihre Aufmerksamkeit auf gewisse Partikularfragen richtet, die aber an den Problemursachen vorbeigeht. Dadurch werden die grundsätzlichen Probleme aber natürlich nicht gelöst, die Aggressionen gegenüber Minderheiten dafür umso stärker, weil eben die großen Probleme bleiben. Ich glaube auch, dass wir den islamischen Antijudaismus ernst nehmen, aber nicht überschätzen sollten. Man muss sehen: Es gab in Europa schon sehr viele xenophobe Bewegungen, die kamen und gingen." Aber: "Jüdinnen und Juden leben seit 2000 Jahren hier und werden zum Teil trotzdem noch immer als 'Problem' gehandelt. Ich glaube deshalb, dass Antisemitismus eine stärkere Dimension einnimmt als anderer Fremdenhass, was diesen natürlich nicht besser macht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.06.2019 - Gesellschaft

In der NZZ sinniert der französische Philosoph und Schriftsteller Pascal Bruckner über das Wesen der Liebe, über Treue und Authentizität, fortschrittliche Rhetorik und spießbürgerliche Praxis. Und den grausamen Markt: "In diesem großen Handel hat jeder einen Wert, er kann sich täglich ändern und hängt von der sozialen Position ab, vom Aussehen, vom Alter, vom Glück. Im Prinzip verheißt unsere Gesellschaft allen maximalen Genuss, doch tatsächlich führen die glücklich Strahlenden eine ganze Horde von Abgewiesenen und Hoffnungslosen im Schlepptau. Der Markt der Anmut gehorcht Gesetzen, die umso erbarmungsloser sind, als sie niemals ausgesprochen werden. Denn schließlich sind wir alle Betroffene, alle nehmen wir Teil an diesem Krieg der Äußerlichkeiten. Jeder beobachtet jeden, und beobachten bedeutet: evaluieren, prüfen, zurückweisen. Eine Abfuhr aber fällt in unseren demokratischen Staaten vollumfänglich auf das Individuum zurück. Hier hat die Freiheit in Liebesdingen, deren wir uns rühmen, tatsächlich etwas verändert: Mit den zahlreichen Verboten hat sie auch eine Art Schutzwall beseitigt - wir können uns nicht mehr hinter den strengen Regeln einer Institution oder den Normen der Gesellschaft verstecken."

In der taz pocht der Schriftsteller Arnon Grünberg auf das Recht, nicht mit seiner Identität hausieren gehen zu müssen: "Ich übe das Recht aus, nicht hineinzupassen. Das ist eine andere Art, zu sagen: Ich übe mein Recht auf Einsamkeit aus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.06.2019 - Gesellschaft

Man kann nicht auf der einen Seite die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz fordern und auf der anderen das Kopftuch für kleine Mädchen rechtfertigen, "denen unter anderem erzählt wird, sie seien unrein 'wie ein angelutschtes Bonbon', wenn ihr Haar nicht bedeckt ist", kritisiert der Psychologe Ahmad Mansour in der Welt. "Kinder lernen durch Exploration, Beobachtung, durch Fragen. Sie testen Umgangsweisen und Grenzen aus, und sie haben ein Recht darauf, ihren Weg in der Gesellschaft zu finden, ein Recht auf Erfahrungen ohne beängstigende, irregeleitete Einschränkungen. Das Kopftuch, bei Kindern niemals freiwillig ausgesucht, schränkt die weibliche Persönlichkeitsentwicklung ein und behindert die spätere Identitätsfindung. Es sendet aber ebenso Signale an die Jungen, die ihre Schwestern oder Schulkameradinnen als 'unrein' dargestellt bekommen, wenn sie kein Tuch tragen. Somit erhöht das Kopftuch das Risiko emotionaler und sozialer Entwicklungsverzögerung und Anpassungsstörung. Kopftücher sind alles andere als dekorative Textilien."

Die Frauenärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer sind in Berlin wegen Verstoßes gegen Paragrafen 219a, wonach für Schwangerschaftsabbrüche nicht geworben werden darf, angeklagt. Dabei haben sie einfach nur über die Möglichkeiten informiert. Im Interview mit Zeit online erklärt Gaber, was genau ihnen vorgeworfen wird: "Meine Kollegin und ich stehen vor Gericht, weil auf unserer Website steht, dass auch ein medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch zu meinen Leistungen gehört. ... Es geht nur um die beiden Worte medikamentös und narkosefrei. Ich dürfte nach dem neuen Gesetz schreiben, 'ein Schwangerschaftsabbruch gehört zu meinen Leistungen', und dann einen Link zur Bundesärztekammer setzen, wo die Methoden beschrieben werden und die Ärzte verzeichnet sind, die Abbrüche anbieten. Aber ich darf selbst nichts über die Methode schreiben."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.06.2019 - Gesellschaft

Wo ist eigentlich die Atomlobby, fragt Anna Veronika Wendland, eine Verteidigerin der Atomkraft, bei den Salonkolumnisten. Ihre Gegner waren wohl stärker: "Wir lernen es in Schule, Kirche und Parlament. Die Atomkraft ist unbeherrschbar, Landschaften werden unbewohnbar, und Atommüll gibt über Millionen Jahre tödliche Strahlung ab. Dieses Bild steht im sonderbaren Gegensatz zu sechzig Jahren realer Atomkraft in Deutschland. Die Anlagen dampfen in idyllischen Landschaften vor sich hin, Flugzeuge sind bislang noch nie auf sie gefallen, Terroristen lassen sich nicht blicken, die Castoren stehen in Zwischenlagern, ohne dass die Dorfbewohner in der Umgebung in Angststarre fallen. Statistisch gesehen hat keine Form von Energieumwandlung in Deutschland so wenige Opfer gefordert und so wenige Umweltschäden produziert wie die Kernkraft."

In der Welt erkennt taz-Redakteur Jan Feddersen, dass er als Homosexueller und Cis-Mann nicht mehr "opferig" genug ist, in Gender-Diskursen das Wort zu ergreifen. Das dürfen eigentlich überhaupt nur noch Trans-Personen. Führt das weiter oder führt es zur Entsolidarisierung? "Weshalb sollte unsereins gegen die Diskriminierung von Trans*menschen sein, wenn diese doch zugleich einen selbst zum größten Übel erklären? Wozu führt es gesellschaftlich und politisch, die Mehrheit schlechthin zum Objektfeld der Bekämpfung zu machen? Welchen Sinn stiftet es, zwar die gefühlte Mehrheit in einem Seminar für Queer oder Gender Studies zu haben - aber schon in der Universitätsmensa kein Bein mehr an Land zu kriegen, von Arenen wie Fußballstadien, Landfrauentagen oder Demonstrationen gegen den Klimawandel zu schweigen?"
Stichwörter: Atomenergie, Klimawandel, Queer

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.06.2019 - Gesellschaft

Die Praxis mag einigermaßen liberal sein, die Gesetzeslage ist es nicht, sagt Juristin Ulrike Lembke im Gespräch mit Patricia Hecht von der taz zur Frage, wie es kommt, dass nun in Berlin schon wieder ein neuer Fall zum Paragrafen 219a verhandelt wird. Zwar sollte es nach der Wiedervereinigung eine Liberalisierung geben: "Das Bundesverfassungsgericht akzeptierte das aber nicht und gab detailliert den Inhalt jener Regelungen vor, die 1995 als §§ 218ff in Kraft traten. Im Urteil legte das Gericht auch fest, dass eine ungewollt Schwangere die Pflicht hat, die Schwangerschaft auszutragen. Wenn ich das meinen Studierenden sage, glauben die, ich mache Witze. Aber das steht da, das gilt und das ist auch so gemeint. Als Frau liest man das einmal und vergisst es nie wieder."

Die SPD ist schuld, dass heute wieder gegen Ärztinnen prozessiert wird, schreibt Chantal Louis bei emma.de. Es geht um die Berliner Ärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer, die so auf ihrer Website informierten: "Auch ein medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch gehört zu den Leistungen von Frau Dr. Gaber." Der Kompromiss, dem die SPD zustimmte, funktionierte laut Louis so: "ÄrztInnen dürfen nämlich laut der Gesetzesreform, die im März 2019 in Kraft trat, ausschließlich 'auf die Tatsache hinweisen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche (...) vornehmen.' Jede weitere Information über diese 'Tatsache' hinaus wird nach wie vor mit Geld- oder Haftstrafe geahndet."

Der Paragraf 175 immerhin wurde irgendwann abgeschafft -  genauer: auch erst vor 25 Jahren. Daran erinnert in der taz Martin Reichert: "Erst im Jahr 1994 war es dann endgültig vorbei mit den '175ern', nach 130 Jahren wurde der Paragraph 175 abgeschafft, also rund vier Jahre nach der 'größten Wunderheilung der Weltgeschichte', nämlich der Streichung der Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten durch die WHO im Jahr 1990."

Hubertus Knabe geht im politischen Teil Verschwörungstheorien über eine angebliche IM-Tätigkeit Angela Merkels nach. Belege findet er nicht: "Man mag Merkel vorwerfen, dass sie als Bundeskanzlerin nicht wirklich offen über ihre DDR-Vergangenheit spricht. Ein Beleg für eine Tätigkeit für den Staatssicherheitsdienst ist ihre vergleichsweise unbedeutende Funktion in der FDJ in jedem Fall nicht."

Im Interview mit dem Tagesspiegel ärgert sich Jagoda Marinic, dass der Feminismus in Deutschland so lahmarschig und #metoo hier praktisch folgenlos geblieben ist: "Reale Folgen? Gab es kaum, auch bei uns hätten mindestens 50 Männer ihre Posten räumen müssen, wenn es #MeToo gegeben hätte. Und wenn es die Öffentlich-Rechtlichen nach #MeToo nicht schaffen, Talkshows gleichberechtigt zu besetzen, ist nicht viel angekommen, das ist im gesamten Medienbereich so. Problemlösungsstrukturen gibt es, die schaffen wir immer sofort, Kommissionen, Gleichstellungsbeauftragte etc. und dann bewegt sich nicht viel weiter, Konsequenzen bleiben aus. Schauen Sie mal bei CNN! Wieviele sogenannte Expertinnen es dort gibt. Da diskutieren einfach mal so vier Frauen mit sichtbarem Migrationshintergrund die Politik von Trump."

Eigentlich würden die Obamas ihre Presidential Library gern in der South Side von Chicago bauen, aber darum gibts jetzt Streit, berichtet Anna Lea Berg in der SZ. (Weiße) Umweltgruppen "kritisieren, dass die Stadt den öffentlichen Park für das Center zur Verfügung stellt und damit eine Ressource für die Bewohner gegen eine andere austauscht, anstatt eine der unzähligen Freiflächen in der South Side zu nutzen. Besonders skeptisch sind die Kritiker gegenüber den Plänen der Stadt, einen von Tiger Woods designten Golfplatz im Süden des Parks einzurichten, für den ein Naturschutzgebiet und ein kleiner öffentlicher Golfplatz weichen müssten." In der schwarzen Community streitet man sich unterdessen darum, ob man sich von weißen Ökos was diktieren lassen soll, oder ob die drohende Gentrifizierung des Viertels nicht doch ein Problem werden könnte.