Der Archäologe
Luca Giuliani, Leiter des Wissenschaftskollegs zu Berlin,
prangert im Gespräch mit Martina Doering von der
Berliner Zeitung die
Raubgrabungen in Ländern wie Syrien an, deren Funde im scheinbar so seriösen Kunsthandel landen: "Dass der arme irakische Bauer in seiner Umgebung gräbt und die Fundstücke verkauft, um seine
Familie zu ernähren, halte ich für Sozialkitsch. Hinter den Grabungen stehen vor allem
professionelle Banden. Die Informationen, die dabei zerstört werden, gehören zu einem Wissensschatz, den wir bewahren sollten, genauso wie die Bibliotheken oder den Lebensraum von indigenen Völker im brasilianischen Urwald. Das trägt nicht zu meiner Identität bei, aber es gehört zu der
Buntheit und Vielfalt menschlichen Lebens, zu unserem Welterbe."