9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

351 Presseschau-Absätze - Seite 30 von 36

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.06.2016 - Kulturmarkt

Alles in allem geht es Verlagen und Buchhandel ziemlich gut, so Rolf Obertreis, der im Tagesspiegel neue Zahlen des Börsenvereins resümiert: "Trotzdem muss der klassische Buchhandel weiter kämpfen. 2015 sackte der Umsatz um 3,4 Prozent auf gut 4,4 Milliarden Euro ab - ergänzt allerdings um den eigenen Online-Umsatz (rund 400 Millionen Euro). Diese Sparte wird weiter von Amazon beherrscht, nach Schätzungen des Börsenvereins mit einem Anteil von 50 bis 70 Prozent."
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.06.2016 - Kulturmarkt

Das Börsenblatt meldet "Massenentlassungen" beim Berlin Verlag, der zu Piper und also zur Bonnier-Gruppe gehört. Drei Viertel der rund zwanzig Mitarbeiter sollen gehen. Der Betriebsrat protestiert gegen die lapidare Art der Kommunikation: "Die Unterrichtung der Belegschaft habe sich im Zeigen zweier Powerpoint-Folien erschöpft. Bis heute liege dem Betriebsrat keine einzige DIN A4-Seite mit schriftlicher Information zur anstehenden Betriebsänderung vor."

Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs, dass den Verlegern vom "Geistigen Eigentum" der Autoren gar nichts zusteht, obwohl die VG Wort ihnen die Hälfte der Kopierabgaben überwiesen hatte, machen die Lobbyisten starken Druck für ein Leistungsschutzrecht der Buchverlage. Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang erläutert dazu im Börsenblatt: "Aufgrund des Umstands, dass das europäische Urheberrecht dem Urheberrecht der EU-Mitgliedstaaten übergeordnet ist, ist insbesondere ein Handeln des europäischen Richtliniengebers unabdingbar. Es ist ein gutes Zeichen, dass Digitalkommissar Günther Oettinger, in dessen Zuständigkeit das Urheberrecht fällt, bereits einen Konsultationsprozess eingeleitet hat, um eine Änderung der einschlägigen EU-Urheberrechtsrichtlinie vorzubereiten." Im ersten Teil seiner Ausführungen hatte Sprang seine Forderung nach einem Leistungsschutzrecht erläutert.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.05.2016 - Kulturmarkt

Tausende von Kunstwerken meist hoher und höchster Qualität sind der Öffentlichkeit entzogen und lagern in Freihäfen als Vermögensanlage superreicher Sammler, schreiben Graham Bowley und Doreen Carvajal in der New York Times: "Diese Freihäfen liegen in Städten und Ländern mit geringen Steuern und bieten ein Sparpotenzial und eine Sicherheit, die Sammler und Händler fast unwiderstehlich finden. (Wer ein Gemälde für 50 Millionen Dollar in New York kauft, muss mit einer Verkaufssteuer von 4,4 Millionen Dollar rechnenen. Bringen Sie das Werk in einen Freihafen, und der Steuerbecheid verschwindet, zumindest so lange, bis Sie das Werk nach New York zurückbringen.) Mindestens vier Freihäfen spezialisieren sich in der Schweiz auf Kunst und andere Luxusgüter wie Wein und Juwelen, und rumd um die Wrelt sind vier neue Häfen eröffnet worden, in Singapur, Monaco, Luxemburg und Newark, Delaware."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.05.2016 - Kulturmarkt

(Via turi2) Wird das die frustrierenden Fehlermeldungen bei Youtube beenden, oder wird Google nun selbst zum größten aller Urheberrechtslobbyisten? Der Konzern hat für seinen Dienst Google Play (aber eben nicht für Youtube) einen Deal mit dem internationalaen Verwertungskonsortium ICE abgeschlossen, berichtet Mark Sutherland in der Musicwweek: "ICE wurde von den Verwertungsgesellschaften PRS For Music auf Großbritannien, STIM aus Schweden und GEMA aus Deutschland im Jahr 2010 gegründet, ursrpünglich als Copyright-Datenbank. Das Konsortium wandelte sich zu einem Europa-weiten Lizenzierungs- und Tantiemenverteliungsdienst und ist seit 2015, nach Prüfung durch die Wettbewerbskommission der EU, aktiv. Es repräsentiert 250.000 Rechteinhaber… und will Lizenzierung vereinfachen, um einen übernationalen Markt entstehen zu lassen. Der Deal mit Google Play ist der erste Schritt auf diesem Weg." Hier die Pressemitteilung der GEMA.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.05.2016 - Kulturmarkt

(Via turi2) Bastei-Lübbe-Vorstand Klaus Kluge will zwar im Interview mit Sabine Schwitert von boersenblatt.net "keine Preisdiskussion", aber generell die Preise von Büchern erhöhen will er schon: "Sollten uns die Studien bestätigen, dass die extrem starke Autorenmarke Ken Follett den höheren Preis möglich macht, kann es sein, dass wir uns tatsächlich auf 44 Euro verständigen. Wichtig ist in diesem Fall, dass der Handel das mitträgt. Der Kunde darf sich natürlich nicht übervorteilt fühlen. Die Frage ist: Wie viele Kunden haben im Kopf, dass der letzte Roman von Ken Follett 29,99 Euro gekostet hat, und wäre das ein zu großer Sprung?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.03.2016 - Kulturmarkt

In der SZ berichtet Bernd Graff, wie die Leiziger Buchmesse im Café Europa über die Flüchtlingsfrage diskutiert. In der Welt erkennt Marc Reichwein in der "Heimat" zugleich Gastland und Schwerpunktthema der Messe. Als schrecklich wohlfeil erlebte Joachim Güntner (NZZ) den Appell, bei der Buchpreis-Verleihung Pappschilder mit Freiheitsbekundungen hochzuhalten: "Alle gehorchten, denn wer möchte schon als Freiheitsfeind dasitzen."
Stichwörter: Leipziger Buchmesse

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.03.2016 - Kulturmarkt

SZ und FAZ befassen sich heute mit der Zukunft des Buchs. Hannes Vollmuth besucht den vom Unternehmer Christian Wegner gegründeten größten Gebrauchtbuchhändler Deutschalnds (und vielleicht auch der Welt): "Momox. So heißt Wegners Unternehmen, das größte für gebrauchte Bücher in Deutschland, in Europa, sagt Wegner, manche sagen, der Welt. 150.000 gebrauchte Artikel schicken die Menschen täglich. Und 150.000 Artikel werden wieder fortgeschickt, bestellt auf Amazon, auf Ebay, AbeBooks oder direkt in Wegners Onlineshop mit dem Namen Medimops. Der Umsatz im vorigen Jahr: 120 Millionen Euro." Hubert Spiegel hat für die FAZ vor dem Leipziger Bibliothekskongress einige amerikanische Bibliotheken besucht, die sich zum Teil radikal neu definieren.
Stichwörter: Momox

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.03.2016 - Kulturmarkt

Direkt neben dem Gelände der heute beginnenden Leipziger Buchmesse befindet sich ein Flüchtlingslager, schreibt Andreas Platthaus im Leitartikel auf Seite 1 der FAZ - bisher hatten die Flüchtlinge in Halle 4 des Messegeländes campiert, wo jetzt Verlage einziehen: "Mit der Buchmesse findet nun jene Veranstaltung der Leipziger Messe statt, welche die größte Außenwirkung hat. Und wenig überraschend: Das Flüchtlingsthema ist auch inhaltlich für viele Aussteller wichtig - vor allem im Sach- und Kinderbuchsegment gibt es in diesem Frühjahr eine Flut an Neuerscheinungen, die sich den unterschiedlichsten Facetten der Flüchtlingskrise widmen." Ob sich das Publikum der Flüchtlingsunterkünfte und das der Messe mischen werden? Die Messe, so Platthaus, will das Flüchtlingsthema jedenfalls mutig angehen. Im Aufmacher des Feuilletons denken FAZ-Autoren über die Frage "Wie geht Bestseller?" nach.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.03.2016 - Kulturmarkt

Welt-Literaturredakteur Richard Kämmerlings kritisiert im Gespräch mit Christian von Zittwitz von Buchmarkt.de indirekt die Buchverlage, die an Anzeigen in den Feuilletons sparen: "Manche Buchverlage scheinen die im deutschsprachigen Raum über Jahrzehnte gewachsene Kritikkultur offenbar entweder für selbstverständlich oder vielleicht sogar für überflüssig zu halten. Mag sein, dass die Wirkung einer einzelnen positiven Besprechung nicht in jedem Fall sofort an den Scannerkassen messbar ist. Aber es gibt immer neugierige, literaturversessene Zeitungsleser, die durch Rezensionen zu Buchlesern werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.02.2016 - Kulturmarkt

Kanye Wests neue Platte "The Life of Pablo" ist das am meisten schwarz heruntergeladene Album seit langer Zeit, meldet die BBC. Bryan Clark kommentiert bei The Next Web: "Piratentum ist in historischen Tiefen angelangt, aber wenn der Trend anhält, wird 'The Life of Pablo' das am meisten geklaute Album aller Zeiten sein. Man mag sich also fragen, ob die Strategie, Streamingdienste wie Spotify und Apple Music zu umgehen und (Wests eigene Plattform) Tidal zu begünstigen, die als kompletter Flop gilt, der Auslöser hierfür ist."

Weiteres: Im New Yorker erzählt Maria Bustillos die Erfolgsgeschichte des kleinen, seit den Sechzigern existierenden Verlaghauses New Directions, das bis heute als Independent erfolgreich agiert, und das mit Romanen wie "Beauty Is a Wound" der indonesischen Autorin Eka Kurniawan.