Auch
unzureichende Berichterstattung deutscher Medien führt zum verzerrten Blick der Deutschen auf ihre Partnerschaft mit Russland,
schreibt der ehemalige
SZ-Korrespondent Thomas Urban im Branchendienst
journalist.de. Ein Beispiel für einen Aspekt, der in Deutschland
fast unbekannt ist: "Schon vor vier Jahrzehnten erschienen im Samisdat, der sowjetischen Untergrundpresse, Berichte über die
ökologischen Verwüstungen in den Fördergebieten von Erdgas und Erdöl. Das Echo in der Bundesrepublik war
äußerst gering. In der aktuellen deutschen Debatte über Nord Stream wird ausgespart, dass die russischen Stromerzeuger vor allem
auf Kohle setzen, weil das Erdgas Devisen für Putins Hochrüstung erbringen muss. Während in Deutschland über ein Betriebsverbot für das hochmoderne Steinkohlekraftwerk Datteln gestritten wurde, ging in Sibirien und in Russlands fernem Osten ein Dutzend neuer Kohlekraftwerke ans Netz, deren Abgase nahezu
ungefiltert die Atmosphäre erreichen."
Im
SZ-
Gespräch mit Lars Langenau plädiert die Ethikerin
Claudia Paganini dafür, Bilder wie solcher der
Opfer von Butscha schon aus Gründen der
Persönlichkeitsrechte nicht zu zeigen: "Natürlich kann sich ein Medienunternehmen durch die Bilder von Verletzten und Leichen einen ökonomischen Vorteil verschaffen, weil das die
Klicks in die Höhe treibt. Andererseits können solche Bilder auch gegen den Krieg mobilisieren, die Menschen aus der Gleichgültigkeit treiben. Allerdings muss man da auch aufpassen, dass Journalismus nicht in
Aktivismus abgeleitet." Der Fotograf James Nachtwey (siehe oben) sähe das sicher anders.