BÜCHERSCHAU DES TAGES

Die Namen von Mördern

28.07.2021. In der FR lauscht Nico Bleutge den wundersamen Versen von Valzhyna Mort: "Musik für die Toten und Auferstandenen". So bedeutsam wie menschlich berührend findet Dlf Kultur den Briefwechsel von Günter Eich und Rainer Brambach, die sich versichern: "Nichts und niemand kann dich ersetzen." Die SZ empfiehlt die Neuauflage von Roberto Espositos "Immunitas" als Buch der Stunde. Die FAZ holt tief Luft und taucht ein in Boris Luries Collagewerk "Haus von Anita", mit dem Lurie seine KZ-Erfahrungen und die Konsumgesellschaft der 60er verarbeitete. Dlf empfiehlt Tomer Gardis "Eine runde Sache". Mehr...

EICHENDORFF21

Wahlen 2021

08.07.2020. Bücher von PolitikerInnen. Bücher über sie. Zwei Angela-Merkel-Bilanzen. Und einige wichtige Themen: Bildungspolitik, die Bundeswehr, Klimapolitik, Wirtschaft. Wer sind die Grünen? Zerfallen die Volksparteien? Hilft Identitätspolitik? Was blüht der Bundesrepublik nach den Wahlen im September? Eine Auswahl aktueller Bücher zum Wahljahr 2021 finden Sie bei Eichendorff21.de
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MEDIENTICKER

Kunst der Beleidigung

28.07.2021. Pressefreiheit in der Türkei: Erdoğan nimmt die letzten kritischen Stimmen ins Visier - Gedämpfte Stimmung: ifo-Geschäftsklimaindex - Andreas Platthaus gratuliert dem Büchermenschen Klaus G. Saur zum 80. - Juristische Standardwerke: C.H. Beck beendet Nennung von Nazi-Autoren  - Gerhard Roth "Über den Menschen" - Axel Springer verkauft Teile seines Osteuropa-Geschäfts - Pornhub-Kampagne mit Alten Meistern - FAZ-Nachrichtenportal fürs Auto - Stefan Aust über Medien, Meinung und Zeitgeschichte - Ausstellung: Anselm Kiefer in Mannheim - Schwelbrand in Liebe & Gesellschaft: Daniela Krien über ihren Roman  "Der Brand" + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Mit der Attitüde des Provokateurs

28.07.2021. In Salzburg hatte der "Don Giovanni" Premiere: in der Inszenierung von Romeo Castellucci und mit Teodor Currentzis am Pult. Die SZ lernt das gesellschaftszerstörerische Potential des Sex verstehen und bewundert nackte Opernsänger. Die Welt erlebt nur Geistesblitze eines Dekorateurs. Die FAZ findet ein  Epos des "Coming of Age" in den Fotografien Tobias Zielonys. Dem Tagesspiegel gefällt die lakonische Souveränität von Franka Potentes Regiedebüt "Home". Die SZ freut sich über die Feier der Homosexualität in Lil Nas X neuem Video "Industry Baby". Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Das trotzdem Erreichte

28.07.2021. Genozidleugnung ist in Bosnien-Herzegowina für strafbar erklärt worden - aber dafür musste der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft Valentin Inzko seine "Bonn Powers" nutzen, berichtet die taz. Bei libmod.de analysiert der Historiker Martin Schulze Wessel Wladimir Putins geschichtspolitische Essays. In den Blättern erklärt Meron Mendel, wie sich mit Israelhass Differenzen kitten lassen. Und der "Palandt" wird laut SZ nun demnächst "Grüneberg" heißen - der Verlag C.H. Beck verabschiedet sich von den titelgebenden Nazis in seinen Kommentarwerken.
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FOTOLOT

So ticken nun mal sehr viele

27.07.2021. Sommerliche Reise von Arles nach Marseille, wo Sarah Piegay Espenon und Lewis Chaplin in Marseille den Verlag Loose Joints gründeten. In der Buchhandlung "Ensemble" kann man ihre Bücher besichtigen - zum Beispiel von Mark McKnight oder Gabby Laurent. Besonders aber von Jack Davison, dem vielleicht besten aktuellen Magazin-Fotografen. Von Peter Truschner. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Ein Sprengkopf, eine Stirn

27.07.2021. Das New York Magazine porträtiert den Whistleblower Daniel Hale, der das Drohnen-Tötungs-Programm Barack Obamas publik machte. Magyar Naranc kommentiert den Einsatz der Pegasus-Spionagesoftware gegen ungarische Journalisten und Oppositionelle. Der Guardian macht uns bekannt mit der Neuen IRA. Himal blickt mit einer Bande Affen auf die Ungleichheit in Delhi. In Eurozine erinnert Slavenka Drakulic an die Schriftstellerin Irena Vrkljan und ihre écriture féminine. Ceska pozice erklärt, wann die weibliche Namensendung -ová feministisch ist und wann nicht. Die New York Times ermuntert zu Gen-Food, das uns bald vor Krebs schützen soll. Mehr...

IM KINO

Der Bullshit der eigenen Eltern

23.07.2021. Es ist klar, dass Thomas Vinterberg den "Rausch" ohnehin nicht in feste Bahnen hätte lenken können. Der Film hat in seiner Hommage an den Alkohol, die sich ihrer Probleme durchaus bewusst ist, ein paar bemerkenswert lakonische Momente der Wahrheit. Von Katrin Doerksen. Mehr...

VORWORTE

Für euresgleichen reicht ein Hühnerstall

23.07.2021. Chinesen als Feindbild - das ist Amerika kein neues Phänomen. Allerdings wurde die im 19. Jahrhundert einsetzende Geschichte der Immigranten aus Fernost über lange Zeit weitgehend ausgeblendet. Die Schriftstellerin C Pam Zhang wagt es nun, sie auf so eigenwillige wie literarisch überzeugende Weise ins mythische Herzland der USA vorzutragen. Wir geben Einblick in ihren Debütroman "Wie viel von diesen Hügeln ist Gold" und bringen eine Leseprobe aus dem Buch, das am 28. Juli erscheint. Von Angela Schader. Mehr...

INTERVENTION

Blumen an Stalins Grab

22.07.2021. "Patria y vida" (Vaterland und Leben) ruft die neue Protestbewegung in Kuba und trifft das "Patria o Muerte" der versteinerten kubanischen Revolution ins Herz. Die allseits beliebte Kuba-Folklore kaschiert nun schon seit Jahrzehnten den menschenverachtenden Charakter dieses Regimes. Eine große Chance hat die Protestbewegung wohl leider nicht. Von Richard Herzinger. Mehr...

ESSAY

Queer - oder die Einebnung von Unterschiedlichem

14.07.2021. Die Entschwulung der Sprache zugunsten des Wörtchens "queer" bedeutet, alles in allem, nicht nur die Entkörperlichung der Bilder, die mit "schwul" aufgerufen werden; in "queer" ist alles getilgt, was an Begehren eben im Sexuellen unhintergehbar, mit Freud gesprochen, triebschicksalhaft ist. Die Vokabel "queer" macht aus dem Schicksal eine Lifestyle-Option - und zugleich eine neue Normierung: In "schwul" war lediglich ein antinormativer und antihomophober Impetus geborgen, nicht jedoch ein moralischer Anspruch, dass ein homosexueller Mann in allen Aspekten anders zu sein habe. Von Jan Feddersen. Mehr...

ESSAY

Historikerstreit 2.0 - eine Chronologie

20.06.2021. Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. Von Thierry Chervel. Mehr...

INTERVENTION

Der Kampf des Narrativs gegen die Geschichte

07.06.2021. Jedes Ereignis ist singulär, nur beim Holocaust wird die Singularität in Frage gestellt. Bei jedem Ereignis dienen Vergleiche dazu, die Singularität herauszuarbeiten, aber auch Verbindungen zu anderen Ereignissen offenzulegen. Am Ende bleiben einige Besonderheiten, sonst wäre das Ereignis keins. Warum ich nicht an A. Dirk Moses' alternativen Katechismus glaube. Von Thierry Chervel. Mehr...

INTERVENTION

Sogar des Kommunismus fähig

15.04.2021. In einem Punkt herrscht zwischen den meisten rechts- und linksradikalen Parteien in Europa nahtlose Übereinstimmung: in ihrer unterwürfigen Nähe zu Putins Russland. Diese Affinität hat eine lange Tradition in Deutschland. Erinnerung an den Politiker und Publizisten Ernst Niekisch. Von Richard Herzinger. Mehr...

EICHENDORFF21

queer gelesen

23.06.2020. Der Juni ist "Pride Month". Weltweit demonstrieren Menschen für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen. Gerade erst wurde in Ungarn ein homofeindliches Gesetz beschlossen, die Liste der Länder, in denen queere Menschen Repressalien erleben, ließe sich endlos fortsetzen. Wir haben eine Liste mit Sachbüchern zum Thema zusammengestellt: Von den weltweiten Kämpfen um sexuelle Selbstbestimmung erzählt uns Mark Gevisser in "Die pinke Linie", das Leben jenseits der Heteronormativität feiert Luis Alegre in "Lob der Homosexualität". In unserer Liste finden Sie natürlich auch Klassiker von Didier Eribon oder Guy Hocquenghem.
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