Reinhard Höhn (1904−2000) war zeitweise einer der prominentesten Managementdenker der jungen Bundesrepublik und unter ihnen wohl der umstrittenste. In den 1960er Jahren prägte seine als "Harzburger Modell" bekannt gewordene Führungslehre die westdeutsche Unternehmenslandschaft. Für seinen kooperativen Ansatz erhielt Höhn viel Lob, während Kritiker in seiner Arbeit die Gemeinschaftsideologie der Nationalsozialisten fortgeführt sahen. Alexander O. Müller untersucht dieses Spannungsfeld, indem er Höhns Leben, seine wichtigsten politischen Stationen und - mit Blick auf die Grundlagen des "Harzburger Modells" - auch seine inhaltliche Entwicklung rekonstruiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2020
Jochen Zenthöfer liest mit Interesse Alexander O. Müllers Biografie über den profiliertesten Managementlehrer der westdeutschen Nachkriegszeit. Dass der Autor Reinhard Höhns Nazi-Vergangenheit und deren Bedeutung für Röhns Harzburger-Lehrmodell kritisch herausarbeitet, findet Zenthöfer richtig. Das Buch liest sich laut Rezensent flüssig, scheint ihm umfangreich und aktuell, auch wenn das Harzburger Modell in der Management-Lehre inzwischen kaum noch bekannt ist, wie Zenthöfer feststellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2019
Martin Otto sieht in Alexander O. Müllers wissenschaftlicher Biografie des NS-Juristen Reinhard Höhn eine gelungene Verbindung von Sozialgeschichte und historischer Biografie. Weitgehend sachlich, ohne moralische Deutung setzt ihm der Autor mit der Karriere Höhns einen bedeutsamen Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte auseinander - die Kontinuität der Nazi-Netzwerke und das Weitermachen überzeugter Nationalsozialisten in der neuen BRD, Privates und das Leben unter falscher Identität inklusive. Wie Höhn schließlich zu einem Pionier der Unternehmensberatung werden konnte, schildert der Autor laut Otto mit Sinn für das Exemplarische dieser Lebensgeschichte.
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