In Reaktion auf die totalitären Verbrechen und den Zweiten Weltkrieg greift bald nach 1945 eine weltpolitisch revolutionäre Vision um sich: Die Vereinten Nationen verpflichten sich auf universelle Menschenrechte, die allen Menschen weltweit ein mindestens menschenwürdiges Leben ermöglichen sollen. Diese völkerrechtliche Idee entspringt dem Gedankenexperiment einer demokratischen Neugründung politischer Machtverhältnisse, die nicht in Willkürherrschaft oder unmenschliche Diskriminierung umschlagen dürfen. Lange war dieses revolutionäre Projekt auf dem Siegeszug, es gerät jedoch neuerdings unter autoritären Druck, und selbst in der wissenschaftlichen Debatte werden immer häufiger relativistische oder gar höhnische Abgesänge laut. Um an dieses historisch fragile, aber ungebrochen dringliche Erbe zu erinnern, legt Arnd Pollmann eine umfassende philosophische Deutung und Begründung des Zusammenhangs von Menschenrechten und Menschenwürde vor.
Dass die Philosophie seit der Aufklärung immer dann über Menschenwürde und Menschenrechte nachdenkt, wenn Revolutionen die Macht erschüttern, ist für den Rezensenten Micha Brumlik das erste Aha-Erlebnis im Buch von Arnd Pollmann. Der Philosoph unterscheidet für seine historische Verortung von Menschenrecht und Menschenwürde in drei gut nachvollziehbaren Kapiteln, findet Brumlik: Begriff, Funktion und Inhalt. Dadurch könne er den Anspruch von Freiheit und Gleichheit aller Menschen kenntnisreich einem historischen Lackmustest unterziehen. Für Brumlik gipfelt das informative Buch in der überdenkenswerten Frage, inwiefern von allgemeinen Menschenrechten gesprochen werden darf, solange sie nicht global gelten. Weil sie aber unbedingt universalistisch verstanden werden müssten, sei es nur konsequent, dass Pollmann mahnt, die Rechte von Minderheiten genauso hoch zu halten wie die gesellschaftlicher Mehrheiten, findet der Rezensent.
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