Hermann Borchardt, George Grosz

"Lass uns das Kriegsbeil begraben!"

Der Briefwechsel
Cover: "Lass uns das Kriegsbeil begraben!"
Wallstein Verlag, Göttingen 2019
ISBN 9783835334908
Gebunden, 560 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Die Freundschaft zwischen Hermann Borchardt und George Grosz begann Mitte der 1920er Jahre in Berlin. Grosz gehörte zu den bekanntesten Satirikern der Weimarer Republik, während Borchardt sich eher am Rande der literarischen Avantgarde bewegte. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 entschlossen sich beide, das Land zu verlassen. Im Exil intensivierte sich ihr Briefwechsel. Grosz lebte und arbeitete in New York, während Borchardt als Deutschlehrer erst nach Frankreich und kurze Zeit später nach Minsk, emigrierte. So unterschiedlich die Zufluchtsorte, so unterschiedlich waren ihre Leben.1936 wurde Borchardt aus der Sowjetunion ausgewiesen und kehrte nach Berlin zurück. Er wurde verhaftet und in die Konzentrationslager Esterwegen, Sachsenhausen und Dachau gebracht, kam aber unter der Bedingung frei, Deutschland umgehend zu verlassen. Auf Einladung und mit finanzieller Unterstützung von Grosz emigrierte er schließlich in die USA.In ihrer regen Korrespondenz werden Fragen nach der weltpolitischen Entwicklung, Auseinandersetzungen mit anderen deutschen Exilanten und der Alltag in Amerika mal hitzig, mal spöttisch diskutiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.02.2020

Rezensent Jens Grandt kann nicht behaupten, dass ihn der weitgehend unbekannte Briefwechsel zwischen dem jüdischen Schriftsteller Hermann Borchardt und dem Maler und Satiriker George Grosz erhebt. Die über 200 Briefe aus der Zeit zwischen 1927 und 1991 zeugen laut Grandt vor allem von einer Freundschaft im Geist des Verneinens und des kleinbürgerlichen Glücks. Den derben, spöttischen Briefen Groszs stehen Borchardts enttäuschte Tiraden gegen den Kommunismus gegenüber - kein hoffnungsfrohes Bild, findet Grandt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.12.2019

Wilfried Weinke hofft auf mehr Aufmerksamkeit für Hermann Borchardt mit diesem Briefwechsel zwischen Borchardt und George Grosz. Die Edition, die ihm vorzüglich erscheint mit ihren anleitenden Essays und Fußnoten, lassen den Rezensenten nicht nur einer tiefen, über Jahre des Exils fortbestehenden Männerfreundschaft folgen, sondern auch über Borchardts Direktheit und den Sprachwitz von George Grosz schmunzeln. Die 220 aus deutschen und amerikanischen Archiven geborgenen Briefe aus der Zeit zwischen 1927 und 1951 bieten dem Rezensenten einen spannenden Einblick in den intellektuellen Austausch zweier sehr unterschiedlicher, aber einander tief verbundener Charaktere.

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