Mit einem Vorwort von Michael Stolleis. Aus dem Englischen von Nikolaus de Palezieux. Jan-Werner Müller bietet hier die erste umfassende Aufarbeitung des Einflusses, den der umstrittene Staatsrechtler und Philosoph Carl Schmitt (1888 - 1985) im Nachkriegseuropa hatte. Der Weg seiner Schüler und Anhänger in den verschiedenen Ländern wird akribisch dokumentiert und die Weiterentwicklung seiner Ideen bis hin zu Konzeptionen der Globalisierung verfolgt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2008
Für Ulrich Teusch knüpft der jetzt auf Deutsch vorliegende Band von Jan-Werner Müller an Dirk van Laaks Beschreibungen der Netzwerke um Carl Schmitt ("Gespräche in der Sicherheit des Schweigens") an und geht mit seinem Fokus auf die Schmitt-Rezeption der letzten sechs Jahrzehnte in Deutschland, Westeuropa und in den USA zeitlich und räumlich darüber hinaus. Fasziniert hat den Rezensenten die Vielgestaltigkeit der politisch-intellektuellen Landschaft, die der Band durchstreift. Auch dass es dem Autor gelingt, aus der Schmitt entgegengesetzten Perspektive eines philosophischen und politischen Liberalismus zu schreiben und dennoch überwiegend sachlich und nüchtern zu urteilen, findet seinen Respekt. Die Vielzahl der von Müller aufgezeigten, von Schmitt ausgehenden Rezeptionslinien und die daraus abgeleiteten Befunde hat Teusch dagegen derart überwältigt, dass er darüber kaum zu berichten vermag.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.01.2008
Viel Lob erntet diese deutsche Fassung der 2003 im amerikanischen Original erschienenen Studie zu Carl Schmitt von Rezensent Thomas Meier. Denn der in Princeton lehrende Autor verfügt seiner Ansicht nach über ein in der Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Staatsrechtler seltenes Gespür "für das richtige Verhältnis von Zusammenfassungen, Details und eigener Position" und rücke nun manch Verzerrtes in der Schmitt-Rezeption aus der Position eines Liberalen zurecht. Nähere Belege für diese Einschätzung bleibt die recht knapp gehaltene Rezension schuldig. Gegen Ende der Kritik bedauert Meier vermeidbare Schnitzer in der deutschen Übersetzung und den seiner Darstellung nach geizigen Umgang Jan-Werner Müllers mit dem Archivmaterial.
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