Das Denken des Philosophen Julian Nida-Rümelin ist von dem Vertrauen geprägt, dass vernünftige Argumente auch in hitzigen Debatten Verständigung möglich machen. In diesem Buch aus Anlass seines 70. Geburtstags verbindet er seine persönlichen Erfahrungen mit Reflexionen über die Zivilkultur der Demokratie und ihre Gefährdung durch rechten Populismus und linke Intoleranz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2024
Die Lektüre dieses Buches von Julian Nida-Rümelin lohnt sich durchaus, findet Joachim Käppner, auch wenn der Autor hier keineswegs nur seine Erinnerungen niederschreibt, sondern stets die großen Themen der Zeit mitzubehandeln versucht. Und außerdem gern recht seine eigenen Fähigkeiten anpreist, fügt Käppner spitz hinzu. Gern liest der Rezensent dann aber, wie Nida-Rümelin, der schon früh in die SPD eintrat, sich vor allem, nachdem 1968 die Ideologen Oberwasser bekamen, an der eigenen Partei und der Linken rieb. Warum die Sozialdemokraten ihr Stammklientel der Angestellten und Arbeiter mehr und mehr verloren: darüber gibt dieses Buch laut Käppner Auskunft. Einspruch erhebt der Rezensent allerdings, wenn Nida-Rümelin, hier wieder in schlechter altlinker Tradition, den USA eine Mitschuld am Ukrainekrieg gibt. Insgesamt freilich ein streitbares und deshalb empfehlenswertes Buch, so das Fazit.
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