Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Ein fiktiver faschistischer Schriftstellerkongress im norditalienischen Pinerolo im April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, endet mit einem Mord. Ebenfalls kurz vor Kriegsende wird ein verletzter Partisan von einem Faschisten versteckt. Keiner weiß, was er mit ihm vorhat. Ein halbes Jahrhundert später forscht der Enkel des Partisanen über Faschisten, Futuristen und Brigadisten und stößt dabei auf die Geschichte seines Großvaters. Für den Leser setzt sich Stück für Stück ein Puzzle zusammen, das den Zusammenhang von Kunst, Politik und Gewalt zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2019
Über einen ziemlich kühnen Wurf frohlockt Rezensent Ralph Hammerthaler. Der in Madrid lebende Argentinier Patricio Pron erzählt von einem Mitglied der Roten Brigaden, Pietro Linden, der sich nach dem Mord an einem Literaturwissenschaftler daran macht, die Geschichte eines Faschistenkongresses von 1945 zu rekapitulieren. Auf diesem Kongress trafen sich im April 1945 in der Nähe von Turin die Futuristen und Faschisten, die Europa noch aufzubieten hatte (Manetti lebte nicht mehr, Pound war verhindert). Die Faszination für die Futuristen, für das "Vitale und Kämpferische" in der Literatur, für Flugzeuge, die Risottorezepte in den Himmel schrieben, kennt Hammerthaler vom jungen Robert Bolaño, an den sich Hammerthaler immer wieder erinnert fühlt. Dennoch will er in Prons Roman keine reine Nachschöpfung sehen, sondern ein Werk von "literarischer Kraft".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2019
Für Christian Metz dreht Patricio Pron in seinem historischen Roman über die Brigada Rosse, den Futurismus und den Faschismus in Italien einige Pirouetten zu viel. Die mehrfach gefaltete Geschichte über die Schicksale eines Partisanen, eines Brigadisten und eines Zeitgenossen unserer Tage bietet laut Rezensent zwar durchaus neue Perspektiven auf die italienische Literatur- und Widerstandsgeschichte, wartet mit kunstvoller Erzählstruktur und historischem Wissen auf. Echte poetische Innovation oder Erkenntnisse für die Gegenwart liefert der Text dem Rezensenten aber nicht. Schließlich wirkt die Konstruktion auf den Inhalt erdrückend, meint Metz.
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