Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.07.2015 - Design

In der SZ schreibt Renate Meinhof zum Tod von Dorothea Melis, die in der DDR das prägende Modemagazin Sibylle herausgegeben hat. Für die FAZ bespricht Arnold Bartetzky zwei aktuelle Ausstellungen der Stiftung Bauhaus Dessau über "kollektives Leben, Wohnen und Arbeiten".
Stichwörter: Bauhaus, Bauhaus Dessau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.06.2015 - Design

Für die FAZ hat Wilhelm E. Opatz im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main die Ausstellung von Galina Balaschowas Entwürfen für sowjetische Raumschiffe besucht (mehr dazu in unserer gestrigen Kulturrundschau).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.06.2015 - Design


Wohnlich im All: Entwurf aus dem Jahr 1980. © Archiv Galina Balaschowa.

Wenig Hi-Tech, aber sehr viel 60s-Zeitgeist ist in den von Galina Balaschowa entworfenen Räumlichkeiten im Innern der sowjetischen Raumschiffe zu sehen. In Frankfurt gönnt man der Architektin nun eine große Ausstellung, die Laura Weißmüller (SZ) mit reger Freude durchwandert: "Wer Balaschowas Aquarelle und technische Zeichnungen studiert, (...) sieht, wie hier jemand unermüdlich versucht hat, den Weltraum wohnlich zu machen ... Sanfte Farben wie moosgrün, taubenblau und senfgelb dominieren und nehmen dem Sujet alles Bedrohliche. Denn obwohl die Technik ursprünglich militärische Zwecke hatte und das Wettrennen um die Vorherrschaft im All ein offensiv ausgetragener Schaukampf des Kalten Krieges war, wirkt das Dargestellte in Balaschowas hingetupften Aquarellen harmlos, fast gemütlich. Als könnten die kugelrunden Räume im nächsten Moment auch von fröhlichen Campern bezogen werden statt von Kosmonauten." Für DeutschlandradioKultur hat sich Rudolf Schmitz die Ausstellung angesehen.

Ein hingerissener Hannes Stein besucht für die Welt die Ausstellung "China: Through the Looking Glass" im New Yorker Metropolitan Museum, die unbekümmert kostbare alte Objekte aus China mit westlichem Kunsthandwerk mischt - Bulgari-Juwelen, pseudochinesische Kleider von Chanel und Dior, Delfter Porzellan, Mao-Anzüge von Galliano - das zeigt, wie wir China sehen. Dazwischen immer wieder Ausschnitte aus westlichen Filmen über China, die Wong Kar-Wai für die Ausstellung zusammengeschnitten hat: "Manchmal lohnt es sich, die Aufschriften an den Wänden genau zu lesen. In einem Raum etwa bekommen wir vorgeführt, dass europäische Modeschöpfer sich für chinesische Kalligraphie interessierten - so auch Christian Dior, der 1951 ein hübsches Cocktailkleid entwarf, das über und über mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt war. In einer Vitrine sehen wir das Original: den Abrieb von einer Stele aus dem achten Jahrhundert, auf der ein unbekannter Autor sich über Magenschmerzen beklagt." (Bild: Roberto Cavalli (Italian, born 1940). Evening dress, fall/winter 2005-6, Courtesy of Roberto Cavalli. Photography © Platon)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.06.2015 - Design

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig stellt Plakate der russischen Avantgarde aus. Höchst angeregt verlässt Kerstin Holm (FAZ) die Ausstellung, die "jenen revolutionären Sprung in eine eigenständige Zeichenwelt [veranschaulicht], die mit ihren wechselnden Buchstabengrößen, dynamischen Diagonalen und der frechen Kontrastfarbigkeit so frisch und aktuell wirkt, als produziere jene "Ohrfeige gegen den öffentlichen Geschmack", wie das futuristische Manifest von 1912 hieß, immer noch Adrenalin." (Bild: V. Stenberg, G. Stenberg Poster "In spring" 1929)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.06.2015 - Design


Caroline Groves (b.1959) "Parakeet" shoes Leather, silk satin, solid silver talons and heel tips, and feathers England, 2014. Photography by Dan Lowe

Die halbe Welt macht sich gern lustig über die Liebesbeziehung von Frauen zu Schuhen. Schuhe sind eben viel mehr als ein Gebrauchsgegenstand, lehrt die Londoner Ausstellung "Shoes: Pleasure and Pain". Sie sind magische Verwandlungsmittel, erklärt Jane Shilling im New Statesman: "In "My Brilliant Friend", the first novel of Elena Ferrante"s fictional sequence about friendship and identity, the design and making of a pair of shoes offer Ferrante"s joint heroine Lila the tantalising possibility of an alternative future beyond the confines of her Neapolitan ghetto, before the shoes undergo a spiteful metamorphosis into the instrument of her subjection. A belief in the transformative power of footwear is an experience familiar to anyone who has ever felt the mysterious pang of recognition - an alchemical flash, like falling in love - that precedes the reckless purchase of a superfluous pair of shoes. Often it isn"t even necessary to wear the impossible objects: the act of possession is enough."

Frédéric Tcheng zeigt in seinem Dokumentarfilm "Dior und Ich" über die erste Kollektion Raf Simons" für Dior, was kein Magazin jemals wagen würde, meint Dennis Braatz in der SZ. Das offenbart ihm schon die Anfangsszene des Films: "Alles, was Dior tun muss, um zehn Seiten in Paris Match zu bekommen, ist anscheinend, ein Foto vom neuen Designer mit ein paar Models zu liefern. Kein erstes Treffen, keine fleißigen Schneiderinnen, kein Making-of des langen Produktionsprozesses. Zehn Seiten in Frankreichs großer Illustrierten entsprechen immerhin Werbekosten von 369 000 Euro." Und in der Welt ist Anne Waak gerührt: "Während der Probe, als sich draußen die Presse postiert und die Gäste auflaufen, fällt Raf Simons in sich zusammen, kollabiert angesichts der Erwartung, das übergroße Erbe mit dem Zeitgeist zu vermählen. Er flieht aufs Dach, wird endlich von seinen Gefühlen überwältigt - und weint Paniktränen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.06.2015 - Design


Die Tasche von William Morris. Foto: © William Morris Gallery, London Borough of Waltham Forest

Überall in und um London herum findet Marion Löhndorf für die NZZ Spuren des Architekten, Kunstgewerblers und Künstlers William Morris (1834-1896). Morris war politisch ein Sozialist, künstlerisch vertrat er jedoch die Idee, nur das Kunsthandwerk könne der Hässlichkeit von Industrieprodukten etwas entgegensetzen. Der Zwiespalt prägt noch die heutige Crafts-Bewegung: "Morris kam durch die Kunst zum Sozialismus. Er strebte an, für jedermann erschwingliche Waren von höchster Qualität, Schönheit und Langlebigkeit herzustellen. Die Frustration über die scheinbare Unmöglichkeit, diese Idee in die Tat umzusetzen, habe ihn politisiert. Doch damals wie heute waren exklusive, handgefertigte Waren teuer, und Morris war nicht in der Lage, die Preise zu senken. Einer Form des Sozialismus, wie er Friedrich Engels vorschwebte, der ihn als "sentimentalen Sozialisten" bezeichnete, war der individualistische Morris sicher nicht zugeneigt."

Lesenswert dazu auch: Die National Portrait Gallery zeigte im letzten Jahr unter dem Titel "Anarchy and Beauty" eine große William-Morris-Ausstellung. Im Blog der Galerie erklären heutige "Maker" an einzelnen Beispielen, was sie von Morris gelernt haben.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.06.2015 - Design

Die FAZ hat Lena Bopps Plädoyer für kuratierte Modeausstellungen im Museumsbetrieb online gestellt. Besprochen wird die Ausstellung "Fast Fashion" im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.06.2015 - Design



Stellt man als Museum Modedesignern bloß Räumlichkeiten zur Verfügung und lässt ihnen ansonsten freie Hand, verkommt das Museum zu nurmehr einem weiteren Showroom, beklagt sich Lena Bopp (FAZ) nach einem Besuch der Karl-Lagerfeld-Ausstellung in Bonn. Weder Ausstellungsbesucher, noch Museum oder Modedesigner können das wollen, meint sie in ihrem Plädoyer für gezieltes Kuratieren: "Natürlich garantiert diese Arbeit noch nicht, dass ihr Ergebnis vom Publikum und der Kritik automatisch auch als gelungen wahrgenommen wird. Aber sie verhindert doch mit Sicherheit zweierlei: nämlich zum einen, dass beim Besucher der Eindruck entsteht, dem Personenkult und der Effekthascherei ausgesetzt zu sein. Und zum anderen, dass die Museen über diesen Verdacht von ihrer Glaubwürdigkeit verlieren."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.06.2015 - Design

Inspiriert verlässt Niklas Maak die Ausstellung über das Black Mountain College im Hamburger Bahnhof in Berlin: "Gegen die Mumifizierung von Objekten in Kunsttempeln steht die Erkenntnis, dass Bauhaus und Black Mountain College nicht nur konventionelle Produktionsstätten für spätere Designklassiker und Meisterwerke waren, sondern Orte, an denen eine andere Form des Wohnens und Miteinanderseins, andere Lebensformen und Rollenmodelle erprobt wurden. Ohne zu begreifen, dass die Kunst, die hier entstand, nur als Ergebnis dieses Lebensexperiments möglich war, lässt sich die Kunstgeschichte der Moderne nicht verstehen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.06.2015 - Design


The Golden Fleece Headpiece von Giovanni Corvaja, 2009. Es besteht aus 22 Karat and 18 Karat Gold, das in 160 Kilometer lange superfeine Fäden gesponnen wurde. Die Verarbeitung dauerte 2.500 Stunden. Courtesy of Adrian Sassoon, London

Was ist Luxus? Mit dieser Frage beschäftigt sich gerade das Victoria & Albert Museum in London. Marion Löhndorf findet die Ausstellung interessant, hätte sich aber etwas mehr Gegenwartsbezug gewünscht, erklärt sie in der NZZ: "Ausgespart wird die Frage, wer heute die Luxusgegenstände kauft, die hier (vom fragilen Leuchter des Amsterdamer Studios Drift bis zum chinesischen Lackgefäss) vorgestellt werden - aber auch, wer die Käufer jener Güter sind, die in der Schau ausgelassen werden: die protzigen Vorzeigestücke mit Signalwirkung für jedermann. Auch gibt es keine Hinweise darauf, warum Luxusgegenstände gekauft werden und wer sie vermarktet. Der Gedanke an den goldenen Ferrari, der hinter der nächsten Straßenecke abgestellt wurde, oder an die Prada-Tasche, die von der Schulter der Museumsbesucherin baumelt, wird gewissermaßen diskret ausgeblendet."