
Die Geschäfte gehen gut, da traut man sich wieder was auf der
Mailänder Möbelmesse,
berichtet Andrea Eschbach in der
NZZ: "Der italienische Hersteller
Magis verfolgt beispielsweise weiter konsequent sein Konzept als 'Design-Labor'. So präsentiert er am Stand nicht nur den Prototyp eines Freischwingers von
Konstantin Grcic, der Holz- und Kohlenstofffaser-Folien kombiniert, sondern auch ein
Materialexperiment von Ronan & Erwan Bouroullec. In ihrer Tisch-Kollektion 'Officina' wird die Tischplatte von einem schmiedeeisernen Gestell getragen. 'Wir wollten einen modernen, zeitgemäßen Ausdruck für Schmiedeeisen finden', sagt Ronan Bouroullec." Ob das gelungen ist, kann man bei beiden Objekten
hier überprüfen. (
Bild: domus.it)
Thomas Steinfeld stößt in Mailand vor allem ein Widerspruch auf, und zwar den "zwischen dem
Privaten und der Marke. Denn wenn die Wohnung ganz das Eigene sein soll, nach eigenem Geschmack und Bedürfnissen gestaltet, so dass der Mensch wahrlich zu sich kommt - warum geht das nur unter dem Zeichen von Minotti, Vitra, Knoll, Carl Hansen, Thonet, Hästens, B & BItalia, Cassina?"
Für die
Jungle World hat Astrid Eichstedt die
Ausstellung "Glanz und Grauen" über
Mode im "
Dritten Reich" in Euskirchen
besucht. Diese räumt mit vielen Klischee-Vorstellungen von der Mode in Nazi-Deutschland auf, so etwa auch mit der "Annahme, dass die Nazis generell das
brav bezopfte und bedirndlte Gretchen mit gebärfreudigem Becken zum Ideal stilisierten. Zwar war die bis dato angesagte Androgynität schon Ende der zwanziger Jahre passé, doch das Schönheitsideal, das sich langsam vom mädchenhaft-romantischen Puffärmeltyp der frühen dreißiger Jahre zur strengen, schulterpolsterbehafteten Dame der Kriegszeit wandelte, blieb bis zum Schluss die überschlanke, elegante und längst nicht immer blonde Frau. Das zeigen auch die Modelle in den Modezeitschriften."
Vergessen Sie den Spargel, jetzt ist
Rhabarberzeit,
ruft Samuel Herzog in der
NZZ. Er beschreibt das Gemüse als
gutaussehenden Verführer, der uns am Ende mit unseren Erwartungen sitzen lässt: "Zwischen den runzligen Pastinaken und den bärtigen Steckrüben machen die blassgrünen,
vor Kraft strotzenden Stangen eine jugendfrische Figur - und die eigentümliche Röte, die ihnen in die Haut geschossen ist, lässt sie noch juveniler erscheinen, freudig entflammt, voller Erwartung,
kussbereit."