
Joel Lovell und Sebastian Kim zeichnen ein großes, wenn auch etwas langatmiges
Porträt des amerikanischen Comedian
Stephen Colbert, das dessen Katholizismus freilegt und immerhin diese schöne Passage bietet, die den Grundstein für Colberts Professionalismus beschreibt: "Du musst lernen, die
Bombe zu lieben", wie ein Lehrer ihm einst empfahl. "Er habe sich selbst trainiert, sagt er, nicht nur auf der Bühne, sondern jeden Tag seines Lebens, sogar in seinen Träumen,
auf die Angst zu- statt von ihr wegzusteuern. "Ich tue gern Dinge, die öffentlich peinlich sind", sagt er. "Ich will diese Peinlichkeit fühlen, einsinken und dann verschwinden lassen. Ich stelle mich gern in Aufzüge und
singe zu laut in diesen kleinen Räumen. Das Gefühl, dass man dabei hat, ist beinahe wie ein Dampfschwaden. Unbehagen und der Wunsch, es möge vorbei sein, überkommen einen. Ich tue solche Dinge und
atme sie ein." Er macht eine Pause, nimmt einen tiefen yogamäßigen Atemzug und schüttelt den Kopf: "Nö, bringt mich nicht um. Das bringt mich nicht um.""