Magazinrundschau - Archiv

Newsweek

32 Presseschau-Absätze - Seite 3 von 4

Magazinrundschau vom 12.10.2010 - Newsweek

Für junge Chinesen ist Amerika nur noch ein Zwischenstopp und Europa - bestenfalls - eine Rundreise im Alter, stellte Rana Foroohar fest, als sie sich kürzlich mit Studenten der Tsinghua Universität in Peking unterhielt. "Ich fragte ein Physikgenie in einem fusseligen pinkfarbenen Pulli, was sie nach ihrem Abschluss machen wolle. Sie hatte sich schon für ein Stipendium in Stanford beworben, um dort ihren Master zu machen. Danach, sagte sie, 'bleibe ich vielleicht noch eine Zeit lang in den Vereinigten Staaten und arbeite für McKinsey oder eine Venture-Kapital-Firma in Silicon Valley'. Dann, fuhr sie fort, 'gehe ich nach China zurück und gründe eine Firma. Nachdem ich mein Geld gemacht habe, ziehe ich mich zurück und bereise mit meinen Eltern Europa.'"
Stichwörter: Geld, Silicon Valley

Magazinrundschau vom 10.08.2010 - Newsweek

In New York soll eine neue Moschee erbaut werden. Oder eher ein islamisches Mehrzweckzentrum mit Gebets-, Konferenz- und Ausstellungsräumen, einem Seniorentreffpunkt, Swimmingpool, Gymnastikraum und Auditorium. Kein Problem - läge sie nicht gerade mal zwei Häuserblocks von Ground Zero entfernt. Die Debatte, die darüber erwachsen ist, beschreibt Lisa Miller am Beispiel zweier Frauen, die am 11. September einen Sohn verloren haben (beide waren Feuerwehrmänner). Sally Regenhard, von deren Sohn nichts geblieben sei, das sie hätte beerdigen können, ist gegen die Moschee. "Es sei zu früh, sagt sie. Es sei zu nahe an Ground Zero, und es sei gefühllos gegenüber Menschen wie ihr, deren Angehörige immer noch über das 6,47 Hektar große Gelände hinaus verstreut sind, auf denen die Türme einst standen. Wenn die Leute, die hinter dem Bau der Moschee stehen, wirklich Frieden wollten, wie sie sagen, dann würden sie sie woanders bauen, aus Respekt vor der Heiligkeit des Platzes. 'Man ändert nicht Herzen und Hirne, indem man seine Religion anderen aufdrängt'", sagt Regenhard, die auch an die Kontroverse über das Karmeliter-Kloster in Auschwitz in den späten 80er Jahren erinnert. Adele Welty stimmt Regenhard zu, dass Ground Zero heiliger Boden sein sollte. Aber er ist es nun mal nicht. "Sie würde es lieben, wenn das Stück Erde, auf dem Timmy das letzte Mal ging, eine Oase für geschäftige New Yorker sein könnte, die ihre Köpfe frei machen wollen. Statt dessen, sagt sie, 'ist es eine erstklassige Immobilie. Wenn es heilig wäre, gäbe es dort keine Bulldozer und andere Geräte.' Sie glaubt nicht, dass ein Umzug der Moschee eine Antwort wäre. 'Über wieviele Blocks reden wir? Fünf Blocks, ein anderer Bezirk? Eine andere Stadt? Wir kritisieren moderate Muslime, weil sie nicht die Hand ausstrecken und ihre Stimme erheben. Aber wenn sie es tun, werden sie kritisiert."
Stichwörter: Adele, Ground Zero, 1980er

Magazinrundschau vom 18.05.2010 - Newsweek

Jacob Weisberg, Vorsitzender der Slate-Gruppe, gibt auf Apple die Antwort, die eigentlich Eric Schmidt hätte geben sollen: Das Ipad wird den Verlegern nicht weiterhelfen. Erstens schließt es alles aus, was das Internet attraktiv macht: Verlinkung, Kommentarfunktion, die Integration von social media ("Nick Denton, der Gründer von Gawker Media beschrieb das brutal als 'Rückschritt in die Ära der CD-Rom'"). Zweitens wird es zensiert ("Redakteure eines hippen Modemagazins nennen ihr Ipad-App 'die Iran-Ausgabe'"). Und drittens wird es den Verlagen nichts einbringen: "Wenn Sie bei Apple mitspielen wollen, entscheidet die Firma, welche Apps akzeptiert werden und nimmt 30 Prozent. Sie sammelt die Daten über User und entscheidet, welche sie mit den Verlegern teilt (bis jetzt keine). Sie plant, Anzeigen zu verkaufen, die Standards zu kontrollieren und will angeblich 40 Prozent. Eine solche Herrschaft über die Beziehung zum Leser wäre für die Verleger ein ebenso großes Desaster, wie es das für die Musikindustrie war."

Außerdem: Daniel Lyons erklärt, warum er sich wohl bald dem neuesten Trend von Hipster Techies anschließen wird: aus Facebook auszutreten, bevor noch mehr seiner persönlichen Daten an Anzeigenkunden verkauft werden. "Selbst wenn man technisch versiert ist und weiß, was Facebook tut, hat man immer noch keine Ahnung, was man eigentlich für den Dienst bezahlt. Denn die Leute wissen einfach nicht, was ihre persönlichen Daten wert sind."

Magazinrundschau vom 04.05.2010 - Newsweek

"3D ist die Verschwendung einer perfekten Dimension", schreibt der Filmkritiker Roger Ebert in einer detaillierten Punkt-für-Punkt-Abrechnung mit Hollywoods neuestem Hype, der seiner Ansicht nach selbstmörderisch ist. "3D fügt der Kinoerfahrung nichts wesentliches hinzu. Für manche ist es eine nervende Ablenkung. Anderen wird übel oder sie bekommen Kopfschmerzen. Es wird vor allem angetrieben von dem Wunsch, teure Projektionsapparate zu verkaufen und auf die eh schon teuren Kinotickets noch mal 5 bis 7,50 Dollar aufzuschlagen. Die Bilder sind deutlich dunkler als bei 2D. Es ist unpassend für seriöse Erwachsenenfilme. Es schränkt die Freiheit der Regisseure ein, die Filme zu machen, die sie machen wollen."
Stichwörter: Hypes

Magazinrundschau vom 30.03.2010 - Newsweek

Zugleich begeisternd und unheimlich erscheint das Ipad Daniel Lyons: Wenn es sich durchsetzt, wird Steve Jobs zum Big Brother: "Dieses elegante kleine Gerät ist ein Ausbund von Jobs' aufgeblasenen Ambitionen, ein weiteres Beispiel seines Willens, das übliche Gerede hinter sich zu lassen und das Ethos von Silicon Valley an seinen Willen zu binden. Das Internet gilt als das Medium der Freiheit und der Optionen - und hier kommt nun Steve Jobs mit einem Internet als total geschlossenem System. Apple verkauft Ihnen nicht nur das Gerät, sondern betreibt auch den einzigen Laden auf dem Planeten, der Software dafür verkauft." In einem zweiten Artikel stellt sich die Schriftstellerin Anna Quindlen die Frage, die sich jetzt stellt: "Hm, was ist das Buch überhaupt? Ist es sein Körper oder seine Seele?" Und schließlich erklärt der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak, warum es besser sein wird, zwei Ipads zu haben statt einem. Klar doch, sobald wir Wozniaks Gehalt haben.

Magazinrundschau vom 10.11.2009 - Newsweek

War 1989 wirklich ein Jahr von welthistorischer Bedeutung? Der Historiker Niall Ferguson bezweifelt das - und nicht nur, weil er Berlin kurz vor dem 9. November verlassen hatte. "Die Ereignisse zehn Jahre vorher - 1979 - haben doch sicher einen größeren Anspruch auf historische Bedeutung. Denken Sie nur, was vor dreißig Jahren alles in der Welt passiert ist. Die Sowjets begannen ihre Politik der Selbstzerstörung, indem sie in Afghanistan einmarschierten. Die Briten gaben den Startschuss zum Revival der freien Marktwirtschaft im Westen, indem sie Margaret Thatcher wählten. Deng Xiaoping setzte China auf einen neuen ökonomischen Kurs, indem er die Vereinigten Staaten besuchte um selbst zu sehen, was ein freier Markt erreichen kann. Und die Iraner leiteten eine neue Ära des Kampfs der Kulturen ein, indem sich den Shah stürzten und eine Islamische Republik verkündeten. Dreißig Jahre später hat jedes dieser vier Ereignisse weitaus schwerwiegendere Konsequenzen für die Vereinigten Staaten und die Welt als die Ereignisse 1989."

Magazinrundschau vom 17.11.2009 - Newsweek

Die amerikanische Kultur soll technischen Erfindungen besonders förderlich sein? Das war mal, meint Fareed Zakaria. "Es gibt noch keine gute Methode, das zu messen, aber es scheint klar zu sein, dass, während die Chancen in China, Indien und anderen aufstrebenden Staaten wachsen, weniger Wissenschaftler sich aus ihrem Land und ihrer Kultur entwurzeln wollen oder müssen, um ein besseres Leben zu führen. In den frühen 1980er Jahren landeten etwa 75 Prozent aller Absolventen des Indischen Instituts für Technologie in den Vereinigten Staaten. In den letzten Jahren gingen weniger als 10 Prozent nach Amerika. Die amerikanische Kultur ist offen und innovativ. Aber sie wurde kraftvoll geformt und verbessert durch einen Reihe von Regierungsmaßnahmen. Silicon Valley ist nicht in einem Vakuum entstanden. Es wuchs in den 1950ern in einem Staat, der das beste öffentliche Erziehungssystem der Welt hatte, eine vorzügliche Infrastruktur und eine unternehmerfreundliche Umgebung, die Verteidigungs- und Ingenieurindustrien anzog. Heute baut Kalifornien Gefängnisse, keine Schulhöfe."

Magazinrundschau vom 27.10.2009 - Newsweek

Owen Matthews und Anna Nemtsova porträtieren den russischen Politiker und Gouverneur von Kirow, Nikita Belych. Belych, der zur demokratischen Opposition in Russland gehörte, war Anfang 2009 von Medwedjew installiert worden, um, so die Autoren, Putin die Stirn zu bieten und im chronisch unterentwickelten Kirow das Experiment einer demokratischen und wirtschaftlichen Liberalisierung zu wagen. Die Gegenkräfte sind stark. "Dennoch besteht Belych darauf, Kirow auf seine Art zu verwalten - so demokratisch wie möglich. Er lässt seine Berater praktisch nonstop arbeiten und alle Seiten einer Angelegenheit diskutieren, bevor er eine Entscheidung trifft. 'Wir wollen diese Region in die transparenteste, korruptionfreieste und wirtschaftsfreundlichste in Russland verwandeln', sagt [seine Mitstreiterin Maria] Gaidar. 'Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Wir stehen einer sowjetischen Mentalität gegenüber, die sich seit 20 Jahren nicht verändert hat.' Manchmal erscheint alles unmöglich. 'An meinen schlechtesten Tagen glaube ich, dass es einfacher ist, wie ein asiatischer Despot zu regieren als der russische Obama zu werden', sagt Belych. 'Aber schauen Sie, für mich ist dieser Job eine Chance, die Ansichten der Menschen über demokratische Werte zu ändern.'"
Stichwörter: Liberalisierung

Magazinrundschau vom 06.10.2009 - Newsweek

Die Zukunft des Journalismus ist "hyperlokal", meint Johnnie L. Roberts in Newsweek - und dafür sprechen drei Gründe. AOL hat Patch.com gekauft, eine hyperlokale Website in elf amerikanischen Städten. Und der neue AOL-Chef ist Tim Armstrong, ehemals der Anzeigenchef bei Google. Und drittens: Der lokale Anzeigenmarkt in den USA ist hundert Milliarden Dollar schwer. Eine Stadt wie Millburn unweit New York ist inzwischen belagert von lokalen Bloggern, die jeden Autounfall covern: "Lokalen Verantwortlichen macht diese intensive Begleitung durch Blogger immer noch Angst. An einem Freitag interviewt Jennifer Connic von Millburn.patch den Stadtverwalter Gordon. Er antwortet gewissenhaft auf alle Fragen zur Agenda der nächsten Stadtratssitzung. Nach dem Interview denkt er über sein neues Leben im Fokus der hyperlokalen Medien nach. 'Sie machen mich verrückt', sagt er. 'Viele Blogger kennen die Fakten nicht richtig - aus Gerüchten werden Fakten, aber ich verwalte eine Stadt, nicht ein Gerücht.' Manchmal sehnt sich Gordon nach den Tagen zurück, als die Wochenzeitung The Item sein einziger Wachhund war. 'Es war langsamer, und die Reporter verließen meist ihr Büro nicht', sagt er."
Stichwörter: Autounfall

Magazinrundschau vom 24.03.2009 - Newsweek

Was macht die irische Identität aus, fragt der Schriftsteller Colm Toibin und stellt fest, dass die Antwort darauf heutzutage nicht so leicht fällt wie in Zeiten, als man als Ire eine keltische Herkunft hatte, "O'" oder "Mac" im Namen trug und sich am St. Patrick's Day betrank. Mittlerweile kann man in Irland nicht nur Buddhist oder Muslim sein, so Toibin, auch die Festlegung auf eine nationale Zugehörigkeit sei offener: "Als Samuel Beckett - der 1969 den Literaturnobelpreis gewann, sowohl auf englisch als auch auf französisch schrieb und hauptsächlich in Paris lebte - gefragt wurde, ob er englisch sei, antwortete er: 'Au contraire.' Er meinte, dass es häufig leichter sei anzugeben, was man nicht ist, wenn man aus Irland kommt, egal in welcher Erscheinung oder welchem Aspekt, als anzugeben was man ist. Was im Moment Wunder wirkt in Irland sind weder die Bombe noch die Kugel, sondern zwei bescheidene und sehr alte Dinge: der Bindestrich und das Wörtchen 'und'. Somit kann Samuel Beckett irisch-französisch sein; und David Trimble nordirisch und britisch; und ich kann irisch sein und Mitglied der Europäischen Union; und der Präsident der Vereinigten Staaten, aufgrund seiner Wurzeln in County Offaly, kann afrikanisch-amerikanisch-irisch sein."

Der Thriller-Autor David Baldacci ist ein Erfolsgarant, lässt uns Louisa Thomas wissen. Alle sieben Monate schreibt er ein Buch (meist handelt es von Außenseitern, die zu Helden werden, wie in seinem zweiten Buch "The Collectors"), das dann ohne Ausnahme auf der Bestseller-Liste der New York Times landet. Bis heute verkaufte er insgesamt 75 Millionen Exemplare - und trotzdem nehmen die Kritiker und einige Leser den Autor nicht ernst: "Größtenteils werden Thriller für die breite Masse wie Fast Food gehandelt: Lecker, vielleicht, aber banal und schlecht fürs Herz." Aber Baldacci hat nicht ganz Unrecht, so Thomas: "Der Hunger, was wohl auf der nächsten Seite steht, hat etwas unglaublich Spannendes. Und es scheint absurder zu sein zu unterstellen, dass einen Thriller zu genießen einer Person mehr schadet als zu unterstellen, dass er ihr helfe. In diesen stressigen Zeiten, bietet Baldacci eine Pause - und Leute, die sich für Bücher interessieren, sollten sich für ihn interessieren."