Entsetzt
kommt Sandra Danicke (
FR) aus der Ausstellung "Three Doors" im
Frankfurter Kunstverein, in der das Recherchekollektiv Forensic Architecture seine Untersuchungsergebnisse zum
Terroranschlag von Hanau im Februar 2020 (
Unsere Resümees) präsentiert. Von Ermittlungsfehlern, Vertuschung und dem unwürdigen behördlichen Umgang mit Hinterbliebenen erfährt sie hier: "Dass auch im Umgang mit den Opferfamilien kaum etwas richtig lief, erzählt bei der Pressekonferenz stellvertretend Niculescu Paun, der Vater von Vili-Viorel Paun, der bei dem Anschlag in seinem Auto erschossen wurde, weil er den Täter verfolgt hatte. Und - das ist besonders tragisch - weil seine telefonischen
Notrufe mehrmals ins Leere liefen. Den Eltern des mutigen jungen Mannes wurde tagelang der Verbleib des Sohnes verschwiegen. Was genau geschehen ist, wie ihr Sohn zu Tode kam, fanden sie
nur durch eigene Recherchen heraus. Besonders fassungslos macht ein Detail. Nachdem man Vili obduziert hatte, stellte man die
Todesurkunde auf den Namen und mit dem
Geburtsdatum des Vaters aus. Dass der Tote - der übrigens seine Papiere bei sich trug - nicht Mitte vierzig, sondern Anfang zwanzig war, hatte man bei der Autopsie offenbar nicht bemerkt." In der
Berliner Zeitung schreibt Antonia Groß zu den Ermittlungsergebnissen.
Die
Schießerei an der Grundschule in
Texas vom 24. Mai ist die
212.
Massenschießerei in diesem Jahr und die 27. Schießerei an einer Schule, schreibt Bari Weiss in der
Welt. Verantwortlich sei dafür aber nicht allein die Waffensucht, sondern die
Abstumpfung der Amerikaner, meint sie: "Die
soziale Fäulnis, die Amerika ergriffen hat, der
Nihilismus und der Hass gegeneinander, ist ein Teil der Ursache dafür. Die Auflösung unserer sozialen Bindungen - inklusive der Rechenschaftspflicht und der Verantwortung, die eine echte Gemeinschaft erfordert - hat es dem Wahnsinn ermöglicht, unbemerkt zu gären.
Lockdowns haben die Isolation, die Ziellosigkeit, die Sinnlosigkeit, die uns ohnehin schon überkam, noch beschleunigt. Wenn wir diese Schießerei weiterhin als Teil eines isolierten Problems oder einer bestimmten Art von Gewalt betrachten, dann verfehlen wir den Punkt."