Deutschland nutzte die Rente aus
billigem russischen Gas, um immer obszönere SUVs mit gefälschten Abgaswerten
nach China zu exportieren. Gabor Steingart ("manchmal liest man den Alten gern")
durchleuchtet in seinem jüngsten Newsletter die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft
von China - hier ist Verflechtung
viel komplexer, außerdem hat sich China ohnehin massiv in die deutsche Wirtschaft eingekauft. Und darum redet die Wirtschaft zwar nicht mehr bei Russland, aber immer noch bei China
wie die SPD: "Die Russland-Sanktionen hat man mitgetragen. Ein ähnliches Vorgehen gegenüber China aber berührt den Kern vom
Kern des deutschen Geschäftsmodells. Die Äußerungen von Herbert Diess auf der VW-Hauptversammlung darf die politische Klasse als höfliche Form der
Kampfansage verstehen: 'Der frühzeitige Abgesang auf das Modell 'Wandel durch Handel' greift zu kurz. Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein.'"
Reinard Bingener erzählt in der
FAZ die
Geschichte der Gasversorgung in Deutschland. "Anfang der Achtzigerjahre verfügte die deutsche Gaswirtschaft über
relativ breit diversifizierte Bezugsquellen: Die Niederlande und Russland waren die wichtigen Lieferanten, daneben waren aber auch das heimische Niedersachsen sowie Norwegen wesentliche Bezugsquellen. Dann setzten indes Entwicklungen ein, die Deutschland mehr und mehr in die
Abhängigkeit von Russland führten... Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die
BASF." Naja, und "im
Sommer 2021 fiel dann auf, dass die Gazprom-Speicher in Deutschland nicht wie üblich aufgefüllt wurden".
Meist sind es Kranke, Drogensüchtige, Obdachlose oder Hart-IV-Empfänger, die ihre
Geldstrafen für Bagatelldelikte wie Schwarzfahren nicht zahlen können und in Folge
inhaftiert werden, schreibt Ronen Steinke - jüngstes Buch:
"Klassenjustiz" - im Feuilleton der
SZ. Weshalb sich die "Initiative Freiheitsfonds" gegründet hat, die
Spenden sammelt, um die Geldstrafen zu übernehmen: "Die meisten Hilferufe kommen gar nicht von den Straftätern selbst. Sie kommen von den Strafanstalten. Es sind E-Mails, in denen etwa ein Gefängnis-Sozialarbeiter aus Niedersachsen den 'Freiheitsfonds' fragt, 'ob eventuell ein Telefongespräch mit Ihnen möglich wäre', um über ein paar Härtefälle zu sprechen. ... Die Botschaft: Bitte helft uns, diesen Wahnsinn zu beenden! Bitte
kauft uns unsere
Gefangenen ab."