Alan Posener hat für die
Welt auf X das 22-Punkte-Manifest von Palantir-CEO
Alexander Karp zur KI gelesen: "Die Frage ist nicht, ob KI-Waffen gebaut werden. Die Frage ist, wer sie bauen wird und zu welchem Zweck", weshalb man sich alle Debatten sparen könne und besser schnell baue, zitiert Posener und widerspricht: Denn was Palantir kann, kann bald jeder. "Es war relativ einfach, festzustellen, wer wo
Atomwaffen entwickelt, und doch konnte deren Verbreitung nicht verhindert werden", meint Posener, weshalb es bei Atomwaffen irgendwann
Verträge zur Kontrolle und schließlich sogar zum Abbau gab. "Solche Mechanismen fehlen bei KI-Waffen gänzlich. Wenn alle nach dem Palantir-Motto handeln, 'Hauptsache, wir entwickeln sie zuerst', wird es
zu einem Wettrüsten kommen, bei dem der Sieger keine Kultur sein wird, egal wie angeblich überlegen sie ist, sondern die KI selbst, deren Ziele weder mit 'unseren' Idealen noch mit denen unserer Gegner übereinstimmen müssen. Es ist Zeit, über alle ideologischen und nationalen Grenzen hinweg sich zu überlegen, wie dieses Wettrüsten verhindert werden kann."
Hier das bei Twitter veröffentlichte Manifest:
Im
Irankrieg kann man gerade sehen, wie die billigen Shahed-Drohnen der Iraner die Abwehr von Israelis und Amerikanern an ihre Grenzen bringen, meint Andrian Kreye in der
SZ und warnt, dass Deutschland nicht bis 2039 Zeit hat, sich auf die neuen KI-gesteuerten Waffensysteme einzustellen, wie es Boris Pistorius' gerade vorgestellte neue Militärstrategie vorsieht: "
Autonome Drohnenschwärme, die ohne unmittelbares menschliches Zutun Ziele suchen und Aufgaben verteilen, zeigen, wohin diese Entwicklung führt. In der
Ukraine sind sie schon im Einsatz, in Industrieländern wie Deutschland, Schweden und den USA in der Entwicklung. Ein Netz aus KI-Modulen koordiniert dabei Hunderte kleiner Drohnen, die sich die Aufgaben teilen. Manche Drohnen leiten den Angriff, andere dienen der Aufklärung, um schließlich den Angriff der kleinen Flugobjekte mit Sprengladung einzuleiten.
Traditionelle Luftverteidigung ist da machtlos", es bleibe "keine Zeit mehr, jahrelang zu lernen. Denn die Zukunft des Krieges ist schon die Gegenwart."
In Frankfurt wird ein großer
Habermas-Gedenk-Kongress vorbereitet, der schon im Juni stattfinden soll. Es planen die Stadt, die Uni Frankfurt und der Suhrkamp-Verlag. In der bereits jetzt zerstrittenen (unser
Resümee) Adeptenschaft herrscht große Sorge, beobachtet Christian Geyer in der
FAZ. "Dort will man wissen:
Bin ich es, der da reden soll? Oder wird etwa sie es sein, er es sein, jemand anders also, auf den es dann in verschatteter Dezision zuläuft? Aber nicht nur Eitelkeiten sind im Spiel, wenn es faktisch doch auch um Weichenstellungen der Rezeption geht. Wer spricht etwa zu der jüngst wieder aufgeworfenen Frage, ob Habermas die Kritische Theorie nun
weiterentwickelt oder abgewickelt hat?"