Beherrschen wir die
Künstliche Intelligenz oder sind wir nur noch die Hausmeister unserer Schöpfung? Das fragte der schwedische Ideenhistoriker
Johan Fredrikzon kürzlich in einem Vortrag an der Freien Universität Berlin, den
Elke Schmitter für ihre Perlentaucher-Kolumne "ein wort gibt das andere"
hörte: "Bei allem, was mit AI zu tun hat, kämpfe ich stets mit Resignation. Die Sache scheint einerseits zu groß, andererseits zu klein. Wie soll man mit etwas umgehen, das in detailliert ausgepinselten Szenarien uns alle, die Menschheit, vernichten könnte, das aber andererseits auf den Klick des kleinen Fingers folgt ... Es ist wohl Temperamentssache, ob man erregungsfroh den allgemeinen Untergang fantasiert oder sich an einen alten Aufsatztitel von Maurice Blanchot hält, der da lautet: 'Die
Apokalypse enttäuscht'."
Der Philosoph
Wilhelm Schmid plädiert in der
SZ dafür, beim Konzept der "Nachhaltigkeit" auch die Sicherheit mitzudenken. Innere Sicherheit, Absicherung der Infrastruktur, digitale Sicherheit und auch
Verteidigungsfähigkeit gelte es, zu stärken. Schmid nennt das "nachhaltige Sicherheit": "Zivilschutz, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Katastrophenhilfe erhalten nun wieder mehr Aufmerksamkeit. Die Höherbewertung von Fragen der Sicherheit führt auch deutlicher vor Augen, wie sehr die
Säulen der Nachhaltigkeit miteinander verbunden sind. Wer könnte noch Diskussionen über Ökologie führen, wenn über den Köpfen feindliche Drohnen kreisen und auf den Straßen Panzer rollen? Was würde es der Ökologie nützen, wenn Autokraten das Ruder übernehmen, die sich für dieses Thema wenig interessieren?"
Vergleiche Donald Trumps mit Nero (
wie Gustav Seibt in der
SZ) oder Augustus (
wie Mischa Meier in der
FAZ) treffen nicht, findet Andreas Kilb heute in der
FAZ. Denn mit der Antike habe das 21. Jahrhundert wenig zu tun. Sehr viel näher liegt für Kilb der Blick aus das vom
Imperialismus geprägte 19. Jahrhundert: "Die Politik der Vereinigten Staaten unter Donald Trump ist eine
Kopie derjenigen Großbritanniens vor 1914, sie folgt der berühmten Maxime Lord Palmerstons, des britischen Premiers zur Zeit des Krimkriegs und des amerikanischen Bürgerkriegs, nach der ein Land keine dauerhaften Freunde oder Feinde, sondern nur
ewige Interessen hat."