9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.10.2021 - Kulturmarkt

Digitalexpertre Enno Park wirft in seinem Steadyblog einen Blick auf die Debatte um die Online-Ausleihe, die bisher vom Standpunkt der Verlage dominiert wird. Es geht im Grunde darum, Ebooks genau so zu behandeln wie physische Bücher, schreibt er und wirft den Verlagen und dem Börsenverein vor, die Sachlage zu verzerren: "So wird vielfach behauptet, dass ein Bereitstellen von E-Books in Bibliotheken direkt bei Erscheinen angeblich die gesamte Branche ruinieren würde, weil das E-Lending wie eine Flatrate funktioniere. Diesen Spin der Verlagslobby hat zum Beispiel gestern auch das 'Heute Journal' unhinterfragt übernommen. Er entspricht aber nicht der Realität: Die Bibliotheken erwerben virtuelle Exemplare von E-Books, die sie immer nur an eine Person gleichzeitig verleihen dürfen."
Stichwörter: Online-Ausleihe, Ebooks, E-Books

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.10.2021 - Kulturmarkt

Das Börsenblatt resümiert den Streit um die Online-Ausleihe von Ebooks aus der Sicht der Buchbranche, die am Samstag in großen Inseraten vor eine Freigabe von Büchern direkt nach dem Erscheinen warnte. Man bezieht sich dabei auch auf Regelungsansätze in der Politik: "Im März 2021 schlug schließlich der Bundesrat vor, Verlage künftig gesetzlich dazu zu verpflichten, alle E-Books bereits bei Erscheinen den Bibliotheken für die digitale Ausleihe zur Verfügung zu stellen. Damit käme man einer lange bestehenden Forderung des Deutschen Bibliothekverbands nach." Der Bibliothekenverband hatte diesen Vorschlag im März begrüßt (hier als pdf-Dokument): "Dazu gehört auch das Recht einer Bibliothek, jeweils ein Exemplar digital für begrenzte Zeit jeweils einer Person ('one copy, one loan') zugänglich zu machen."
Stichwörter: Online-Ausleihe, Ebooks, E-Books

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.10.2021 - Kulturmarkt

Screenshot aus der SZ.
Mit einer doppelseitigen Anzeige werben die Buchverlage in der FAZ und der SZ für ihre Aktion "Initiative fair lesen". Viele bekannte Autoren haben für die Aktion unterschrieben. Die Verlage wehren sich gegen die digitale Ausleihe von Neuerscheinungen in Bibliotheken: "Die erzwungene Online-Ausleihe zu Niedrigpreis-Bedingungen - insbesondere für Neuerscheinungen - wäre ein wirtschaftliches Desaster für alle, die vom Kulturgut Buch leben. Wer die Onleihe für E-Books nahe am Nulltarif fordert, der bedroht die literarische Freiheit in unserem Land."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.09.2021 - Kulturmarkt

Wie genau sich die Frankfurter Buchmesse ausmachen wird, scheint auch nach der gestrigen Pressekonferenz noch nicht ganz klar, berichtet der Buchreport: "Die Messe nannte am Dienstag auch Zahlen: Rund 1.500 Aussteller werden anreisen, dennoch bleiben viele Verlage und Unternehmen fern. Die Messe wird kleiner und auch die Abläufe werden dem Infektionsgeschehen angepasst. Grundsätzlich gilt: Maximal 25.000 Personen dürfen sich pro Tag auf dem Messegelände einfinden." Im Jahr 2019 hatte die Buchmesse laut Wikipedia 7.450 Aussteller.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.08.2021 - Kulturmarkt

In der Buchbranche herrscht Ausnahmezustand, berichtet Lothar Müller in der SZ. Grund sind nicht interne Streitigkeiten oder unerwartete Bestseller, sondern schlicht Papierknappheit: "Vereinbarte Papierlieferungen verteuern sich nach Vertragsabschluss, früher als üblich müssen avisierte Auflagenhöhen bei den Druckereien bestätigt werden, Zeitfenster des Druckens schließen sich unerwartet, der Nachschub an Druckmaterial stockt, weil Zusatzstoffe, etwa Farbpigmente fehlen, die aus Asien zugeliefert werden müssen." Der Tonnenpreis für Zellulose, erläutert Müller noch, ist von 650 auf 1.000 Euro gestiegen.
Stichwörter: Buchbranche, Papierknappheit

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.08.2021 - Kulturmarkt

Kleine Sensation in der Verlagswelt, gemeldet im Buchreport: "Alexander Fest, bisher Editor-at-Large bei Rowohlt, verlässt den Verlag und wechselt zusammen mit der langjährigen Rowohlt-Lektorin Ulrike Schieder zu dtv."
Stichwörter: Verlagswelt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.07.2021 - Kulturmarkt

Der Verlag C.H. Beck wird bekanntlich seine juristischen Standardwerke, den "Palandt" und den "Schönfelder", nach Dutzenden Auflagen umbenennen. Beide Gesetzeskommentare sind nach Nazijuristen benannt. Helmut Ortner kommentiert bei hpd.de diesen Schritt und erzählt nebenbei nochmal die Geschichte des nach Heinrich Schönfelder benannten "Schönfelder": "Schon 1935, damals bereits in der 5. Auflage, bejubelte Schönfelder, dass es ihm gelungen sei, die 'zwölf wichtigsten Gesetze der Regierung des Führers' darin aufzunehmen, darunter selbstverständlich auch die 'Nürnberger Gesetze'. Alle Gesetze sind durchnummeriert. Das erste trägt aber nicht die Nummer 1, sondern die Nummer 20. Warum? Weil der Herausgeber seinerzeit mit dem NSDAP-Parteiprogramm begann, dann folgten einige Rassengesetze, etwa unter Nummer 12a das 'Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre'. Und so beginnt der Schönfelder bis heute das BGB erst mit der Nummer 20."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.07.2021 - Kulturmarkt

Der juristische C.H. Beck-Verlag wird einige seiner berühmtesten Gesetzeskommentare, die nach alten Nazis benannt sind, umbenennen, berichtet Ronen Steinke in der SZ. Das gilt für den "Palandt" und den "Schönfelder". Der "Palandt" "soll künftig den Namen von Christian Grüneberg tragen. Grüneberg, heute Richter am Bundesgerichtshof, ist bislang auch in der Juristenwelt nur wenigen bekannt. Er koordiniert aber die Arbeit der vielen Autorinnen und Autoren, die zu dem Gesetzeskommentar beitragen. Schon von der nächsten, der 81. Auflage an, die im November erscheinen soll, wird sein Name auf praktisch jedem Richterpult zu finden sein." In der Welt berichtet Sven Felix Kellerhoff.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.07.2021 - Kulturmarkt

Das Ebook ist laut den Zahlen des Börsenvereins nicht gerade ein Renner. Die Zahlen steigen kaum, berichtet Sarah Obertreis auf den Wirtschaftsseiten der FAZ. Sie zitiert aber auch den Experten Rüdiger Wischenbart (der lange den "Virtualienmarkt" im Perlentaucher schrieb), der bestreitet, dass ein Ebook und ein Buch überhaupt dasselbe sind. "Stattdessen plädiert er dafür, das E-Book überhaupt nicht mehr mit dem gedruckten Buch zu vergleichen. 'Wann besiegen die Nägel die Schrauben? Das ist für mich die falsche Frage', sagt er und meint damit: E-Book und gedrucktes Buch werden immer seltener in denselben Situationen genutzt. Stattdessen heben sich die Leser die Kartoffelknödel-Krimis für ihren E-Reader in der U-Bahn auf und lesen den neuen Knausgård als gebundene Ausgabe am Strand."

Für britische Künstler ist der Brexit - und damit das Ende der EU-Personenfreizügigkeit - ein Riesenproblem, berichtete Benjamin Triebe gestern in der NZZ. Sie brauchen jetzt "europäische Arbeitsvisa und müssen sich an neue Regeln halten. Der Aufwand ist enorm. Durch die Pandemie sind Reisen auf den Kontinent ohnehin fast zum Erliegen gekommen. Aber mit den sich abzeichnenden Öffnungen werden nun jene Probleme real, die bereits theoretisch erschreckend waren. Allein die britische Musikindustrie erwirtschaftet pro Jahr knapp 6 Milliarden Pfund und schafft mehr als 100 000 Arbeitsplätze. Der Berufsverband Incorporated Society of Musicians (ISM) schätzt, dass 44 Prozent der britischen Musiker bis zur Hälfte ihres Einkommens mit Auftritten in der EU erzielten. 'Es gibt in Großbritannien nicht genug Arbeit', sagte die ISM-Chefin Deborah Annetts Ende Juni bei einer Anhörung der UK Trade and Business Commission."
Stichwörter: Ebooks, Brexit, Musikindustrie

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.06.2021 - Kulturmarkt

Die deutsch-französische Autorin und Verlagsfrau Elisa Diallo denkt im Gespräch mit Isabella Caldart von 54books über mangelnde Diversität in der deutschen Buchbranche nach: "Fast noch störender als die fehlende Diversität wegen Hautfarbe und ethnischer Herkunft ist für mich aber die bezüglich sozialer Herkunft. Es wird eine bestimmte Ausbildung erwartet, um mit Texten zu arbeiten. Aber die Frage ist: Stimmt das wirklich? Braucht es dafür einen akademischen Titel?"