9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.06.2021 - Kulturmarkt

Hanser-Verleger Jo Lendle ruft die Branche auf, die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr wieder zu besuchen, meldet der Buchreport: "Er wolle sich keine Welt ausmalen, in der es die Buchmesse nicht mehr gebe, so Lendle. Daher ergehe seine Einladung: 'Stellt Bedenken, Zweifel, Kurzvorteile zurück, kommt meinetwegen mit kleinerer Besetzung, mietet Systemstände, knabbert Kekse statt Krabben, freut euch eher aufs Publikum als auf die große weite Welt.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.04.2021 - Kulturmarkt

Die New York Times berichtet, dass der Verlag W.W. Norton Blake Baileys Philip-Roth-Biografie aus dem Programm nimmt. Mehrere Frauen werfen dem Autor vor, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein, als er ihr Lehrer in der achten Klasse war: "Die Verlegerin Julia Reidhead erklärte außerdem, dass Norton an Organisationen gegen sexualisierte Gewalt und zum Schutz betroffener Opfer spenden wird, und zwar in der Höhe des Vorschusses, der an Bailey gezahlt wurde und der sich im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen soll."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.04.2021 - Kulturmarkt

Es gibt zwar schon Bibliotheken von über Robert Habeck, aber noch Baerbock-Buch, konstatierte der Buchreport nach der Kür der grünen Kanzlerkandidatin (unser Resümee). Nun wird es aber doch eines geben, lautet die neue Meldung. Man weiß zwar noch nicht, was drin steht, aber schon, wie es heißt und was es kostet: "'Jetzt - Wie wir unser Land erneuern' wird das Buch von Annalena Baerbock heißen, deren Kandidatur am Montag bekannt gegeben worden war. Das Hardcover erscheint bei Ullstein und wird 24 Euro kosten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.03.2021 - Kulturmarkt

Diese Meldung aus dem Buchreport sollte man in ihrer bestürzenden Trockenheit auch erstmal zur Kenntnis nehmen: "Der Carlsen Verlag hat die Auslieferung von 'Ein Corona-Regenbogen für Anna und Moritz' gestoppt. Das chinesische Generalkonsulat hatte Kritik am Kinderbuch geübt und den Rückzug gefordert, weil es darin heißt, das 'Virus komme aus China und habe sich von dort verbreitet'. Carlsen reagierte darauf und zog das Buch zurück. Noch vorhandene Exemplare sollen vernichtet werden." Der Verlag hat aber eine Neuauflage ohne diesen Satz angekündigt, schreibt unter anderem Christian Geyer, der die Geschichte bereits vorgestern in der FAZ kommentierte.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2021 - Kulturmarkt

Als erstes hat Juergen Boos, Chef der Frankfurter Buchmesse, offenbar mit Sandra Kegel von der FAZ telefoniert, die nun im Aumfacher des Feuilletons die frohe Kunde bringt, dass die Buchmesse in diesem Jahr stattfinden soll, und zwar vom 20. bis 24. Oktober. Vorsichtsmaßnahmen und digitale Formate sind noch eingebaut, und man will flexibel auf Veränderungen der Lage reagieren: "Das Hybridmodell könne jederzeit, so heißt es, an die jeweilige pandemische Entwicklung angepasst werden. Der Schutz der Gesundheit von Ausstellern und Besuchern habe oberste Priorität. Im Fokus sollen der internationale Rechtehandel und Publikumsveranstaltungen mit Autorinnen und Autoren stehen; Ehrengast ist nach dem Ausfall im vorigen Jahr wiederum Kanada." Mehr zur genauen Planung der Buchmesse im Bruchreport.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.02.2021 - Kulturmarkt

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) hat vor einigen Tagen eine Gleichstellung von Ebooks und physischen Büchern gefordert. Dagegen wehrt sich Nadja Kneissler, Vorsitzende des Verleger-Ausschusses des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, im Börsenblatt: "Die Forderungen des dbv schaden Autor*innen und Verlagen, denn sie zielen auf eine deutliche Einschränkung ihrer Rechte hin. Der vorgeschlagene Eingriff ins Urheberrecht hebelt die Vertragsfreiheit der Verlage aus und hätte massive Umsatzverluste bei Verlagen, Autor*innen und im Buchhandel zur Folge. Letztlich würden die Bibliotheken einen kostenlosen Parallelmarkt aufbauen, der schnell den bestehenden Markt angreifen und die Existenz von Verlagen und Buchhandlungen gefährden würde."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.01.2021 - Kulturmarkt

Börsenvereins-Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis tritt in diesem Jahr ab und hat auf einer Tagung Klartext über die Buchbranche geredet, berichtet der Buchreport. Selbst ein gewisser paradoxer Effekt der heiligen Kuh Buchpreisbindung wird angesprochen: "Das System des festgesetzten Ladenpreises funktioniere auch und werde gut kontrolliert. Aber das Buchpreisbindungsgesetz wolle im Paragraf 6 (3) auch verhindern, 'dass marktmächtige Unternehmen unbotmäßige Margen im Schutz der festgelegten Preise erreichen'. Derzeit sei es 'offensichtlich so, dass der Schutzzweck, nämlich Vielfalt und Kleinteiligkeit zu bewahren, sich ins Gegenteil verkehrt zum Schutz der Marktmacht'." Mit anderen Worten: Gerade die Großen expandieren durch die garantierte Marge.
Stichwörter: Buchmarkt, Buchpreisbindung

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.12.2020 - Kulturmarkt

Einige Universitätsbuchhandlungen auf Unigeländen in Deutschland werden wegen Corona schließen und nicht wieder öffnen, berichtet Uwe Ebbinghaus in der FAZ. Der Trend ist allerdings nicht neu: "Schon lange vor der Corona-Pandemie hatte sich der digitale Wandel auf dem Fachbuchmarkt bemerkbar gemacht. Viele Dozenten setzen in ihren Veranstaltungen inzwischen Buch-Exzerpte oder Online-Quellen ein. 'Die Beziehung zu Texten ist funktionaler geworden', sagt Hans-Peter Richter, Geschäftsführer eines auf Jura und Wirtschaftswissenschaften spezialisierten Fachbuchverlags. Für viele Studenten ist zudem die Bestellung bei Amazon geradezu selbstverständlich geworden. Diese Entwicklung brachte in den letzten Jahren schon Traditionsgeschäfte wie Luce auf dem Bielefelder Campus zum Aufgeben."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.12.2020 - Kulturmarkt

Trotz Lockdown kurz vor Weihnachten wird die Buchbranche wohl recht unbeschadet durch die Coronakrise kommen, meint Gerrit Bartels im Tagesspiegel: "Allein schon, weil laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels die erste Dezemberwoche umsatztechnisch fast sechs Prozent über dem des Vorjahres lag und auch die Dellen nach dem ersten Lockdown im Frühjahr im Sommer und Frühherbst ganz gut ausgeglichen werden konnten. Von einer 'Aufholjagd' sprach der Börsenvereinsgeschäftsführer Alexander Skipis in diesem Zusammenhang."
Stichwörter: Lockdown, Coronakrise, Buchbranche

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.12.2020 - Kulturmarkt

Die Frankfurter Buchmesse schließt das "German Book Office" in New York, meldete schon am Donnerstag der Buchreport: "Das German Book Office wurde 22 Jahre lang unterhalten und war 2017 in Frankfurt Book Fair in New York umbenannt worden. Die Dependance kümmerte sich um den Verkauf von Ausstellungsflächen in Frankfurt an Verlage des weltgrößten Buchmarktes und um die Teilnahme nordamerikanischer Literaturagenten am 'Literary Agents & Scouts Center' (LitAg) in Frankfurt. Diese Markt-Aktivitäten sollen künftig von Mitarbeitern in Frankfurt übernommen werden. Das New Yorker Büro hat sich in der Vergangenheit auch um die Unterstützung von Buchübersetzungen aus dem Deutschen sowie um Lektorenreisen nach Deutschland und verschiedene Kulturveranstaltungen gekümmert."