Einige Autorinnen boykottieren die
Buchmesse, weil sie zum "
Blauen Sofa" eingeladen sind und dort in der Nähe sehr prominent ein
rechtsextremer Verlag platziert wurde. In der
taz berichtet Dirk Knipphals: "In der Tat ist die Präsenz dieses Kleinverlages zu Beginn der Buchmesse das große Thema, das und die Absage ihrer Messeauftritte durch Jasmina Kuhnke, Ciani-Sophia Hoeder und Aminata Touré sowie die Aufrufe, aus Solidarität die Messe zu boykottieren, die in den sozialen Medien zu finden sind. Jasmina Kuhnkes Verlag, Rowohlt, weist darauf hin, dass der Leiter des Verlags Jungeuropa öffentlich die '
Abschiebung' von Jasmina Kuhnke gefordert hat."
Einige der AutorInnen müssen wegen der Bedrohung durch Rechte inzwischen unter
Polizeischutz auftreten, weiß Marie Schmidt in der
SZ - und findet die Absagen dennoch falsch, da Druck entstehe für AutorInnen, die sich als links und antirassistisch positionieren, "ihre eigene Teilnahme an der Messe wo nicht abzusagen, so zumindest
rechtfertigen zu müssen. Von solcher
Peer Pressure mag man halten, was man will. Ein schärferes Dilemma besteht darin, dass die Intervention einem bislang unbekannten Kleinverlag unfreiwillig zu
Aufmerksamkeit verholfen hat." Außerdem sei es eine Frage des
Kartellrechts, ob man rechte Verlage ausschließen kann, erklärt ihr Buchmessendirektor
Jürgen Boos: "'Wenn die Frankfurter Buchmesse als marktbeherrschend im Sinne des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen einzustufen ist, wovon wir aufgrund der Größe und internationalen Bedeutung der Veranstaltung ausgehen, dann darf sie Aussteller nicht ohne sachlich gerechtfertigten Grund ausschließen. (...)' Andernfalls könnten sich Akteure, etwa der rechten Verlagsszene,
einklagen."
Iris Radisch resümiert für die
Zeit den Streit zwischen Verlagen und Bibliotheken um die "
Online-Ausleihe". Beide Seiten haben gute Argumente, schreibt sie. Die Verlage wollten eine
Gleichstellung von Ebooks und physischen Büchern verhindern: "Bisher gelten nämlich unterschiedliche Regelungen. Während die Bibliotheken aus den gedruckten Neuerscheinungen sofort nach ihren eigenen Wünschen
frei auswählen dürfen und diese beim Buchhandel einkaufen, gibt es für elektronische Bücher, die von zentralen Plattformen wie divibib und Overdrive vermittelt werden, häufig
Sperrfristen von einigen Monaten."