Bertelsmann will nicht nur den Verlag
Simon & Schuster übernehmen (
Unser gestriges Resümee), sondern auch eine
neue Digital-
Plattform für seine Medieninhalte entwickeln,
weiß Kai-Hinrich Renner in der
Berliner Zeitung: "Ein Portal, wie es die Now GmbH entwickelt, wäre einzigartig, vergleichbar vermutlich nur mit
Amazon, wo auch digitale Inhalte aller Mediengattungen erhältlich sind. Einen gewichtigen Unterschied gibt es jedoch: Amazon vertreibt vor allem Medieninhalte Dritter. Dort, wo der US-Konzern eigene Inhalte anbietet, wie etwa Serien auf Amazon Video, muss er sie für sein Portal extra produzieren. Dagegen soll die Plattform der Now GmbH fast
ausschließlich Bertelsmann-
Inhalte anbieten, die es bereits gibt und die sich großenteils bereits monetarisiert haben."
Der Verkauf von
Simon & Schuster an Bertelsmann gefährdet die "
Bibliodiversität" auf dem Buchmarkt, sagt Verleger
Stefan Weidle im
Dlf-
Gespräch mit Miriam Zeh. Vor allem die Literaturagenturen seien betroffen: "'Die haben jetzt einen Player weniger.' Weil die Rechte an kommerziell erfolgreichen Autorinnen und Autoren in der Regel
in verdeckten Versteigerungsrunden dem zahlungskräftigsten Verlag zugesprochen werden, gehen hier zum Teil
horrende Summen über den Tisch. 'Dabei fehlt jetzt einer. Simon & Schuster wird kein Gebot mehr gegen Penguin Ramdom House abgeben', so Weidle. Auf dem US-amerikanischen Buchmarkt, seinem wichtigsten Auslandsmarkt, stärkt Bertelsmann seine Präsenz damit erheblich. 'Die können im Grunde
Marktpreise diktieren, wenn sie das wollen.'"