Nicht nur in der Schweiz drohen die
Öffentlich-Rechtlichen Sender durch eine Volksabstimmung unter die Räder zu kommen. Götz Hamann erzählt in der
Zeit, dass die öffentlich-rechtlichen Systeme überall in Europa unter Druck stehen: "Und insofern ist es keine Spinnerei mehr zu fragen: Könnte dem Öffentlich-Rechtlichen
der Lebensfaden reißen?" Immerhin stellt er Verunsicherung bei den Sendern fest: "Noch vor ein paar Jahren war es nahezu unmöglich, mit den Intendanten überhaupt zu streiten. Voller Dünkel verwiesen sie auf ihren '
Auftrag', und selbst einfache Mitarbeiter von
ARD und
ZDF reagierten auf Kritik, als wolle man sie der Unzucht mit der Jungfrau Maria bezichtigen."
Nun könnte im EU-Parlament doch nochmal über die Frage abgestimmt werden, ob
Fernsehinhalte in der EU grenzüberschreitend in den
Mediatheken zu sehen sein sollen. Bisher ist diese Idee am vehementen Widerstand der
Produzenten gescheiterten, für das Kleinklein der europäischen Lizenzvergabe zum Geschäftsmodell gehört, schreibt Thomas Kirchner in der
SZ: "Der Streit wird
hochemotional ausgefochten, teilweise quer durch die Parteien. In einigen Fraktionen wurde die Abstimmung frei gegeben, darum ist der Ausgang des Votums unvorhersehbar."
Außerdem: Einen "
Blitz fascista"
prangert La Repubblica in einem großen, viel retweeteten Webaufmacher an: Eine Gruppe von
Neofaschisten marschierte vor der Zeitung auf, erklärte ihr den Krieg auf und machte
mit Feuerwerkskörpern Spektakel. Angesichts der Umstände, wie der SPD-Politiker
Marc Jan Eumann zum neuen Direktor der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt LMK gewählt wurde (nämliich in einem
äußerst undurchsichtigen Verfahren) und einiger bodenloser Antworten, die Eumann einer Reporterin des
Deutschlandunks gab,
beklagt Stefan Niggemeier in den
Uebermedien den "Irrsinn des
Landesmedienanstaltentums".