Die Fetzen fliegen in Frankreich zwischen
Edwy Plenel, dem ehemaligen Chefredakteur von
Le Monde und Gründer von
Médiapart, der stets ein großer Verteidiger
Tariq Ramadans war, und der Satire-Zeitschrift
Charlie hebdo, die Ramadan nach Vergewaltigungsvorwürfen als "sechsten Pfeiler des Islams" und Edwy Plenel als Abwiegler karikierte (unser
Resümee). Plenel verzeiht die Karikatur nicht und
spricht auf dem Sender
Franceinfo von einem "
Krieg gegen die Muslime, einer Diabolisierung des gesamten Islams und der Muslime". Man habe es mit einer Linken zu tun, "die nicht mehr weiß, wer sie ist, die sich unter jedem Vorwand mit einer
identitären Rechten verbündet".
Darauf antwortet
Riss, der jetzige Herausgeber von
Charlie hebdo im Editorial der heute erscheinenden Ausgabe (
zitiert bei
Le Monde): "
Charlie hebdo will gegen niemand Krieg führen. Diesen Satz werden wir
niemals verzeihen. Plenel veruteilt mit diesem Satz
Charlie hebdo zum zweiten Mal zum Tode. Dieser Satz ist keine Meinung mehr, sondern ein
Aufruf zum Mord."
Im Interview mit Bertrand Pecquerie vom Global Editors Network, deutsch in der
FAZ, fordert der
Charlie-hebdo-Chefredakteur
Gérard Biard nach neuen Morddrohungen gegen die Redaktion die sozialen Netze zur Aktion auf: "Es braucht Gesetze, damit gewährleistet wird, dass die Eigentümer und Betreiber von sozialen Netzwerken
juristisch verantwortlich sind für das, was in ihren Netzwerken passiert, so wie ein Verleger für den Inhalt seiner Zeitung juristisch verantwortlich ist. Diese Leute wissen genau, wie sie weniger Steuern zahlen, also sollten sie auch in der Lage sein,
wirksame Filter einzubauen. Diese Leute sind ja kleine Genies, und das müssen sie beweisen."