Apokalyptisches Tremolo in der
FAZ (auch wenn die Nachfolger es irgendwie nie so gut hinkriegen wie der unvergessene Frank Schirrmacher). Die
Deutsche Bibliothek in Frankfurt hat die Leser unterrichtet, dass die Bücher, die auch in elektronischer Form vorliegen, an die Nutzer künftig
in elektronischer Form aushändigen will. Eigentlich geht es Thomas Thiel im groß präsentierten Feuilletonaufmacher aber gar nicht um das haptische Erlebnis, mal ein schönes Papierbuch zu durchblättern, sondern er verteidigt den Standpunkt der Verlage gegen
Open Access: "Politik und Wissenschaftsorganisationen folgen blind einer kleinen, aber gut vernetzten Aktivistengruppe, die sich, getrieben von einem veritablen
Verlegervernichtungshass, zu nützlichen Idioten von Großinvestoren macht, die wiederum Bibliotheken und Wissenschaftler gegeneinander ausspielen. Kein Zufall, dass die Open-Science-Bewegung von dem Finanzinvestor
George Soros mitbegründet wurde."
Tilman Spreckelsen hatte es ebenfalls in der
FAZ neulich noch viel
sachlicher gesehen: Die DNB sammelt Pflichtexemplare der Verlage - ihre Aufgabe ist das Sammeln und Bewahren der Bücher, und ein elektronisches Exemplar kann man
nicht schief lesen. Jochen Hieber
hatte zuvor aber bereits die "
Zwangsdigitalisierung" beklagt und darauf hingewiesen, dass er Bücher nicht nur liest, sondern rezipiert.