Roman Yos' preisgekrönte Untersuchung über die Ursprünge eines der einflussreichsten Werke der jüngeren Geistesgeschichte zeigt auf originelle Weise, wie Jürgen Habermas seine bereits in jungen Jahren ausgeprägten philosophisch-politischen Denkmotive allmählich in die Bahnen eines tragfähigen Systems überführte. Diese Entwicklung lässt sich als ein Lernprozess begreifen, in dessen Verlauf konträre intellektuelle Einflüsse aufeinandertrafen und der aufwändigen Vermittlung bedurften. Yos rekonstruiert die spannungsreiche Entstehung von Habermas' Denken aus dem Zusammenhang frühester Schriften und gibt zugleich einen Einblick in deren zeit- und ideengeschichtliche Hintergründe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2019
Rezensent Florian Meinel begrüßt die ideengeschichtliche Studie, mit denen Roman Yos dem Denken des jungen Habermas nachgeht. Das Schöpfen aus Gesprächen mit dem Jubilar und teilweise unbekannten Quellen, die Betrachtung von Texten, Kontroversen, Kontexten und Personen aus den Bonner Anfangsjahren des Studenten Habermas sowie die Kontextualisierung seiner publizistischen Arbeit gelingt laut Meinel überzeugend und wirkt augenöffnend. Dass der Autor keinen eigenen Standpunkt zu Habermas' Philosophie anbietet, sondern Habermas' Weg weitgehend unkritisch als "Prozess innerer Notwendigkeit" nachzeichnet, findet Meinel allerdings äußerst bedauerlich.
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