Der
buchreport kommentiert die laufende Anzeigenkampagne von
Amazon, in der das Unternehmen damit wirbt, bereits ab 20 Euro
portofrei zu liefern. Damit wolle der Online-Buchhändler zum einen vergessen machen, dass er Bücher bisher kostenlos verschickt habe. Zugleich stecke hinter der Kampagne eine Doppelstrategie: "Amazon will sich von den Verlust bringenden
Kleinsendungen verabschieden und gleichzeitig seine Kompetenz als serviceorientierter Online-Buchhändler mit
aktuellen Tagesempfehlungen herausstellen. Bei der Realisierung seiner hoch gesteckten Ziele hat Amazon die Verlage mit ins Boot geholt: Sie müssen sich an den Anzeigenkosten beteiligen."
Der Zuschussverlag
"My favourite book" stellt seine Geschäfte zum 31. März ein. Die Geschäftsführer Bernd Kreutz, Andreas Lebert, Matthias Dietz und Inge Reuhl bedauern in ihrem
Abschiedsbrief, es sei ihnen trotz überwiegend positiver Resonanz nicht gelungen, "eine ausreichend große Zahl von Autoren für unser
neuartiges Verlegermodell zu gewinnen", zitiert der
buchreport. "Die zukünftigen Ex-Verleger sind liquide genug, um sich mit einer
noblen Geste zu verabschieden", heißt es weiter: "Im Schreiben an ihre Autoren versprechen sie, die Titelpauschalen zurückzuzahlen, die Honorare für verkaufte Bücher auszukehren und den Urhebern die nicht verkauften Exemplare zu schenken." Wie gut sich die
Bekenntnis-Biografie von
Gina Wild verkaufte, meldet der
buchreport leider nicht.
Ende März will
Bertelsmann die Zahlen für das
Rumpfgeschäftsjahr des zweiten Halbjahres 2001 veröffentlichen. Laut
buchreport verzeichnet der Konzern "in der Mehrzahl seiner Hauptgeschäftsfelder
erhebliche Durchhänger". Vorstandschef
Thomas Middelhoff könne zwar mit den 7,6 Milliarden Euro operieren, die aus dem Verkauf der Bertelsmann-Anteile am europäischen
AOL-Ableger resultierten. Doch die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wiesen in eine andere Richtung.
RTL Group: Nettoverlust von rund 2,5 Milliarden Euro.
Gruner + Jahr leide ebenfalls unter schwachem Werbegeschäft (vor allem
FTD,
Berliner Zeitung, Wirtschaftsmagazine und der
Stern).
BMG musste 1.100 Mitarbeiter entlassen. Die
Buchverlage seien weit von der Zusage des zuständigen Vorstandsmitgliede
Peter Olson entfernt, die vom Konzern geforderte
zehn Prozent Umsatzrendite abzuliefern. Die
Direct Group leide unter Verlusten bei den Online-Geschäften und komme auch mit den "Buchclubs - wenn überhaupt - dann nur sehr langsam wieder auf einen grünen Zweig".
Weitere Meldungen: Die C.H.Beck-Tochter
Nomos Verlagsgesellschaft bietet ihre Gesetzesdokumentation "Das Deutsche Bundesrecht" künftig nicht nur über das Portal
beck-online, sondern auch über die Konkurrenz-Datenbank
Legios an. Der Blackwell Wissenschafts-Verlag heißt seit dem 1. März
Blackwell Verlag; Anlass für die Umbenennung ist ein neu eingeführtes
Corporate Design der Blackwell-Gruppe.
Und hier die
Bestseller.